03. Oktober 2011 · Kommentare deaktiviert für Weniger ist manchmal mehr · Kategorien: Österreich, Steiermark, Wandern
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Heute, am Sonntag, d. 25.09.2011 wurden wir uns nicht so richtig einig über unsere Wanderideen und -bedürfnisse, und ich spürte auch, ich will mal wieder für mich allein laufen. Eine Wanderung auf der Reiteralm, am berühmten Spiegelsee, dem schönsten Fotomotiv der Steiermark vorbei, stand auf meiner Wunschliste, der

Reiteralm Rundweg 66

Im Spiegelsee soll sich bei Windstille das Dachsteinmassiv spiegeln.

Verunsichert wurde ich durch meine und die Bedenken einiger MiturlauberInnen, ob die steile kurvige Mautstrecke hoch in die Berge nicht zu schwierig oder zu beängstigend sein könnte. Doch ich ließ mir noch einmal von Markus, einem der Wanderführer des Hotels Mut machen – es sei auch mit meinem Toyota gut zu schaffen.

Die Reiteralm befindet sich direkt gegenüber vom Hotel, auf der anderen Seite des Ennstals. Etwas aufgeregt fuhr ich los, und wie so oft waren alle Bedenken umsonst. Ich fuhr in Pichl-Preunegg Richtung Reiteralm und weiter Richtung Gasselhöh‘ Hütte, passierte die Mautstelle und kam nach einigen Schotter-Serpentinen an der Eiskar- und Reiteralmhütte und dem Reiteralmdorf vorbei ganz oben an der Gasselhöh‘ Hütte an.

Hier ist auch die Bergstation der Reiteralm-Gondelbahn, diese verkehrt momentan jedoch nur Freitags.

Ich stellte mein Auto ab, stieg in meine Wanderschuhe und schaute mich erst einmal um. Ich befand mich auf 1741 Metern Höhe. Ein herrliches Berg-Panorama bot sich mir bei strahlendem Sonnenschein, ein tief blauer Himmel hinter den weißen Felsen des Dachsteinmassivs. Traumhaft – die Fahrt hatte sich schon mal gelohnt.

Gleich neben der Hütte schon der erste See, der Reiteralmsee, dahinter die Bergstation der Gondelbahn.

Rings um den See luden Bänke zum Niederlassen ein, aber ich hatte ja noch eine Tour vor mir – mein erste leichte alpine (!!) Wanderung, wie ich später erfahren sollte!

(… Ok, als Student bin ich in der Hohen Tatra gewandert und noch vor ein paar Jahren habe ich 900 Höhenmeter in den Abruzzen geschafft.  🙂  )

Ich informierte mich auf einer großen Tafel am Parkplatz über die empfohlende Laufrichtung und stiefelte los, am See vorbei… Ui, da stand doch eine steile Wand vor mir, an der sich ein paar kleine bunte Punkte hinauf schlängelten. Da sollte ich hoch??

Ok, was soll es, das werde ich schon schaffen. Ganz langsam, ich habe alle Zeit der Welt. Und so kletterte ich los. Vor mir ein Pärchen mit einem kleinen Kind in der Rückentrage!

Immer mal schaute ich zurück, und der Anblick war traumhaft:

Auch in die andere Richtung, soweit die Bäume die Sicht frei gaben:

Ich kam glücklich oben auf dem Sattel an. Die Familie saß bereits auf ein paar größeren Steinen und hatte ihr Vesper ausgepackt. Ich sprach sie an, eine tschechische Familie, wie sich heraus stellte, und erzählte, wie wir früher unseren Felix so durch die Sächsische Schweiz getragen hatten.

Ich wartete, bis sich mein Atem wieder normalisiert hatte, trank reichlich Wasser und lief weiter. Natürlich weiter hinauf…

… zur Gasselhöh, dem Gipfel dieser Tour. Es war stellenweise eine wahre Klettertour über größere Steine und Felsen, und ich war froh über meine langen Beine. Und immer wieder eine herrliche Sicht auf die Bergwelt ringsum.

Und schließlich hatte ich es geschafft!! Ich sah das Gipfelkreuz der Gasselhöh‘ auf 2001 Metern Höhe!!

Traumhafte Sicht in alle Richtungen:

… auch nach unten zum Reiteralmsee, wo ich gestartet war:

… bis zu den Hohen Tauern, aber ich war erst mal ziemlich geschafft.

Ich ließ mich auf einer der Bänke nieder, packte mein Vesper aus, genoss die herrlichen Aussichten vor und hinter mir und das Beisammensein mit den anderen Wanderern. Alle waren gut drauf – was soll man sonst sein, wenn man von so weit oben auf eine so traumhafte Landschaft schaut.

Mit einer Frau neben mir kam ich ins Gespräch. Sie war vor Kurzem in der Eifel gewandert, und ich ließ mir ausführlich berichten, denn die Eifel hatte ich mir schon vor einiger Zeit als Wandergegend ausgesucht. Andere Familien berichteten von ihren Wandererlebnissen hier in der Gegend. Ein Mann gab zum Besten, wie seine Frau bei einem schwierigen Aufstieg das Drahtseil losgelassen hatte, weil ausgerechnet in diesem Moment ihr Handy klingelte – ein lang erwarteter Anruf von der Tochter. Typisch Mama – lässt die Seilsicherung los und geht ans Handy, wenn die Tochter anruft. Alles lachte, vor allem über den Kommentar eines anderen Mannes: „Sie ist doch gar nicht blond“, aber die Mama saß ja neben ihm mit ihren schönen dunklen Haaren – erschöpft, aber wohlbehalten.   🙂

Ich trug mich noch ins Gipfelbuch ein, packte meine Sachen zusammen und brach auf. Der Weg führt nun weiter zum nächsten Gipfel, dem Rippeteck. Kurz vor ihm  sollte der Rundweg links hinab ins Tal führen. Man kann zuvor den Rippeteck (2126 m) besteigen, aber ob ich das tun würde, wusste ich noch nicht. Der Weg dahin war auch schon mal ziemlich anspruchsvoll, fand ich –

… hoch und hinunter…

… und schließlich gab es schon die ersten Blicke auf die Oberseen unterhalb des Schober (2133 m), dem dritten Gipfel, den man auf dieser Tour ersteigen kann:

Schließlich sah ich den Rippeteck vor mir:

Als ich sah, wie steil es da noch einmal hoch geht, entschied ich mich, diesen Gipfel auszulassen. Auch in Anbetracht des Abstiegs, der sicher auch Kraft kosten würde.

Kurz vorm Rippeteck fand ich dann auch das Schild, das zum Rippeteck-Gipfel zeigte mit der Zeitangabe von 15 Minuten, was ich gar nicht glauben konnte, und in die andere Richtung zum Spiegelsee. Ich ließ mich noch einmal auf einem großen Stein nieder, neben einem Paar aus Österreich, das den Weg aus der anderen Richtung aufgestiegen war, den ich jetzt absteigen würde. Sie hatten vor, nun zum Rippeteck hoch zu klettern, und der Mann machte mir Mut: Das schaffen Sie auch! Doch als ich meine gesundheitlichen Beeinträchtigungen kurz andeutete und berichtete, dass ich erst im Februar mit 4-8 Kilometern angefangen hatte, stellte er bewundernd fest, was das für eine Steigerung war! Recht hatte er! Also versuchte auch ich, mich über den Verzicht dieser weiteren Gipfel nicht zu ärgern. Der Mann bot mir von seinen Bio-Zwetschgen an, die sehr lecker waren, und dann verabschiedeten sich die beiden mit den Worten: Vielleicht bis gleich auf dem Rippeteck. Aber ich sah nach unten und wusste, das war genug für mich.

Es ging nämlich nun wirklich sehr sehr steil über ein Geröllfeld nach unten. Ich schaute immer mal hoch zum Rippeteck und dessen Gipfelkreuz, das rasend schnell kleiner wurde.

Dann sah ich auch schon die Seen von oben, wunderschön eingebettet ins Kar.

Beim Anblick solcher Bilder sind doch alle Mühen schnell vergessen. Ziemlich schnell war ich dann auch am Obersee, wo es auch schon herrliche Spiegelungen gab:

Und weiter ging die Klettertour, und ich war einmal mehr froh über meine Wanderstöcke und das gute Profil meiner Schuhe.

Dann sah ich endlich den Spiegelsee vor mir. Und hörte wunderschöne Flötenmusik.

Am anderen Ende des Sees stand ein Mädchen und spielte Flöte. Einfach herrlich, dieser See, diese Berg-Kulisse, die sich im See spiegelte und dazu diese sanfte Musik, die weit zu hören war. Der keine schwarze Strich am anderen Ufer des Sees ist die Flötenspielern:

Eine große Schweizer Familie mit einigen lärmenden Kindern wollte ein Gruppenfoto machen, und ich bot mich als Fotograf an. Dann waren sie fort. Ich bleib eine Weile da und genoss den Anblick und die Stille. Wunderschön.

Am See vorbei ging es weiter stetig bergab, nun aber gemächlicher…

… Richtung Norden mit Blick zum Dachsteinmassiv. Rechts unten kam schon der Untersee zum Vorschein:

An diesem läuft man oberhalb vorbei.

Und auch an tierischen Kletterkünstlern, wunderschönen braunen Ziegen mit Glöckchen um den Hals:

Nach 4,5 Stunden kam ich schließlich wieder am Reiteralmsee an…

… und es zog mich magisch in die Gasselhöh‘-Hütte, wo ich mir einen Teller mit zwei Buchteln und ganz viel Vanillesoße, dazu ein Haferl Kaffee gönnte. Ich war echt happy, denn diese Wanderung war irgendwie ein neuer persönlicher Rekord für mich.

Dauer: ca. 3,5 Stunden


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Da Uschi, Iris und ich nun so schön miteinander „eingelaufen“ waren, hatten wir heute, am Freitag, den 23.09.2011 Lust, wieder gemeinsam zu wandern. Ich hatte mir schon vor ein paar Tagen den Rittisberg westlich von Ramsau ausgesucht, den man von unserem Hotel Steirerhof aus in einer knappen Stunde gut erreichen kann. Dort gibt es dann verschiedene Wanderwege und wir entschieden uns für diese Tour:

Schwoagbründlweg-  Rittisstadl – Gipfelkreuz – Wurzelweg-  Rittisbergweg

Über die Sonnenalm – der kulinarische Genuss sollte ja auch nicht zu kurz kommen – wollten wir zum Steirerhof zurück laufen.

Wir liefen also auf dem Weg Nr. 100 vom Hotel aus Richtung Ramsau, wo man in die Rittisberg-Wanderwege einsteigen kann – diese sind bereits in Hotel-Nähe ausgeschildert. Das Wetter war nach den ersten Wintertagen am Wochenbeginn wieder wunderbar – sonnig und nicht zu warm, einfach ideal.

Kurz vor der Rittisberg-Seilbahn, mit der man auch im Sessellift zum Rittisberg hoch fahren kann, befindet sich der Einstieg in den Märchenweg (für Kinder sehr schön) und den sehr viel steileren Schwoagbründlweg, alles gut ausgeschildert. Nun ging es ca. 50 Minuten heftig hoch.

Aber wenn man so gut drauf ist wie wir, ist das kein Problem. Der Weg verläuft meist im schattigen Wald, das ist sehr angenehm.

Kurz vor der Sommerrodelbahn kommt man aus dem Wald heraus und hat eine herrliche Aussicht aufs Dachsteinmassiv und auf Ramsau.

Nach ca. 2/3 der Strecke läuft man unter der Seilbahn hindurch…

… dann gehts weiter steil aufwärts, und schließlich landet man auf dem Panoramaweg Nord, den wir nach links, Richtung Panoramaweg Süd einschlugen, von dem aus der Weg zum Gipfelkreuz abzweigt. Auch hier gab es super schöne Aussichten auf die Bergwelt:

… und der Anstieg wurde gemächlicher.

Wir hatten wieder die Sessellifte über uns, und winkten einem älteren Paar, das über uns vorbei schwebte, zu. Und bekamen prompt ein anerkennendes „Wir bewundern Sie!“ für unseren Aufstieg zu Fuß zugerufen, was Balsam war für unsere Wanderseelen. Ich bewunderte mich auch!

Ok, die Herrschaften über uns mussten natürlich noch erwähnen, dass sie die 70 bereits überschritten hatten (räusper…).    🙂

Wir trafen sie dann im Rittis-Stadl wieder, wo auch wir einkehrten und uns auf der gemütlichen Sonnenterasse mit Aussicht eine Pause gönnten. Wir hatten vom Hotel aus knapp 500 Höhenmeter geschafft!

Uschi und ich verliebten sich noch in ein Kätzchen, das um unsere Beine herum schmuste, und wir erfuhren von der Kellnerin, dass es von der Halseralm hier herüber gekommen war. Ein weiter Weg! Hier gibt es also auch wanderfreudige Katzen, die sich gern einer Wandergruppe anschließen und weitere Wege zurück legen, wir wir noch öfters hören sollten.

Nun brachen wir auf zum Gipfelkreuz, noch einmal ein Anstieg, und wir befanden uns auf 1582 Meter Höhe.

Herrliche Sicht in alle Richtungen. Auf dem Aussichtsturm neben dem Gipfelkreuz…

… hat man das Gefühl, man kann zum Dachtstein greifen, aber gerade jetzt blieb eine Wolke an den Gipfeln hängen.

Wir ließen uns auf den Bänken nieder und packten unser Vesper aus. Satt und zufrieden starteten wir zum Abstieg.

Wir wollten den steilen Wurzelweg nehmen und liefen Richtung Westen. Die Ausschilderung war wieder perfekt, und wir hatten kein Problem, diesen Weg zu finden. Der Wurzwelweg war tatsächlich äußerst wurzelig und steil, wir mussten uns auf jeden Schritt konzentrieren, aber es hat Spaß gemacht. So ging es also wieder ca. 45 Minuten steil nach unten.

Glücklicherweise jedoch meist durch schattigen Wald, denn man kann auch beim Abstieg ziemlich ins Schwitzen kommen, was ich vorher gar nicht wusste.  🙂

Ab und zu lichtet sich jedoch der Wald und gibt herrliche Ausblicke frei.

Der Wurzelweg endet am Rittisberg-Rundweg, der mit der Nr. 5 ausgeschildert ist, und wir liefen weiter Richtung Süden, zur Sonnenalm

… wo ich ja am Sonntag mit Claudia und Josef schon einmal gewesen war.

Uschi und Iris hatten wieder einen Platz in der Sonne gefunden…

… für mich war die pralle Sonne nicht so angenehm, ich flüchtete in einen für mich viel gemütlicheren Strandkorb und bestellte einen Kaffee. Heute war es jedoch gar nicht gemütlich. Der Wirt spielte wie immer auf der Harmonika, jedoch diesmal am Tisch einer angetüterten gröhlenden Gesellschaft, die Witze und Lieder waren entsprechend. Der Wirt muss wohl bemerkt haben, dass ich nicht lachen konnte und entschuldigte sich in meine Richtung: „… die hier brauchen das!“   🙂

Wir hatten dennoch irgendwann keine Lust auf so viel Lärm und liefen nach Hause. Und das letzte Stück wurde noch mal ganz schön hart – zunächst auf der Halserbergrunde durch den Wald, aber dann gab es noch ein Stück geteerte Wege, die Füße schmerzten immer mehr, und es wurde richtig warm. Wir waren froh, im Hotel angekommen zu sein.

Dauer: ca. 6 Stunden

Wandervorschläge, Wanderkarte und Erlebniswelt Rittisberg unter www.rittisberg.at


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02. Oktober 2011 · Kommentare deaktiviert für Ein perfekter Tag · Kategorien: Österreich, Steiermark, Wandern
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Inzwischen bin ich wieder zu Hause und freue mich über die schönen Erinnerungen an die Steiermark. Nun will ich nach und nach die Wanderberichte vervollständigen, wozu ich im Urlaub nicht kam. Einen weniger anstrengenden, aber super schönen Tag haben wir am Donnerstag, den 22.09.2011 auf der Panai verbracht:

Nach dem anstrengenden Aufstieg zum Hochwurzen am Vortag (der eigentlich gar nicht sooo hoch war, aber anstrengend!), einer vom Hotel geführten Wanderung, hatten Uschi, Iris und ich Lust auf einen ruhigen gemütlichen Tag ganz für uns – irgendwo hochfahren, ein bissel laufen, Sonne tanken, Aussicht und ein leckeres Essen genießen. So entschieden wir uns für den

Planai Panoramaweg

Uschi fuhr uns nach Schladming – die Planai ist der Schladminger Hausberg, denn hier befindet sich die Seilbahn zum Gipfel. Schladming ist gerade voll und ganz damit beschäftigt, die Ski-WM 2013 vorzubereiten, und so waren einige Baustellen zu umfahren. Schließlich fanden wir jedoch den Parkplatz Nr. 3, stellten das Auto dort ab und liefen 180 m zur Talstation.

Die Fahrt war auch hier wieder für Besitzer der Sommercard kostenlos und bot einen herrlichen Blick auf Schladming und eine wunderschöne Bergwelt ringsum. Uschi packte eine große Tüte Aachener Printen aus, die sie von zu Hause mitgebracht hatte, – passend zum restlichen Schnee, wir waren gut drauf, und es versprach, ein perfekter Tag zu werden.

Oben an der Bergstation auf 1825 m Höhe…

… erwarteten uns blauer Himmel, strahlende Sonne gemütliches Treiben, eine gigantische Sicht aufs Dachsteinmassiv und nach unten ins Ennstal:

… Bänke und Strandkörbe und jede Menge Wegsweiser.

Man sieht, hier ist alles mehr für Spaziergänger vorbereitet, denn für Wanderer. Wir liefen gaaanz gemütlich los, blieben aber immer wieder stehen, um die unglaublichen Bilder rings herum zu bestaunen und zu fotografieren.

Bis wir an Uschi’s Platz kamen – die Freude war groß – eine Wasserstelle nur für Uschi: „Uschi’s Bründl“:   🙂

Wir liefen auf dem Panoramaweg um die Planai herum, und auf der anderen Seite bot sich eine nicht weniger wunderschöne Aussicht auf die Schladminger Tauern und den Krahbergzinken (2134 m)…

… den man von der Planai aus erwandern kann, wozu wir aber heute, ehrlich gesagt, so gar keine Motivation hatten. Das ist aber sicher eine sehr schöne Wanderung.

Wir nutzten dafür jede Gelegenheit, uns in die Sonne zu lümmeln, wie hier auf diesem wirklich gemnütlichen Schaukel-Sofa.

Wir liefen gemächlich weiter…

… und erzählten uns aus unserem Leben – Ernstes und natürlich reichlich Komisches. Uschi gab eine Anekdote nach der anderen aus ihren Skiurlauben zum Besten, und wir hatten Bauchweh vor Lachen. Schließlich landeten wir wieder am Ausgangspunkt, der Bergstation. Die Schladminger Hütte  direkt daneben mit ihrer herrlichen Sonnenterasse zog uns magisch an, aber vor allem der Appetit auf Buttermilch, Kaiserschmarrn, Germknödel und Kaffee. Lecker… Uns ging es so richtig gut!

Es war einfach nur gemütlich, wie es halt im Urlaub sein muss – reichlich Sonne, Genusspanorama für die Augen, leckeres Essen und das Zusammensein mit diesen netten warmherzigen und intelligenten Frauen – mir könnte es nicht besser gehen. Und sogar das stille Örtchen war liebevoll einladend dekoriert:

Da kommt man doch gern wieder!   🙂

Uschi und Iris zogen vom Tisch auf die Sonnen-Liegestühle hinter dem Haus um, ich hielt es dort jedoch gar nicht aus, lief noch ein wenig herum und entdeckte die Schafalm ein paar Meter unterhalb der Schladminger Hütte:

„Die Alm zum Woll-Fühlen“ – ein romantischer Anblick, aber leider war ich mehr als satt. Der Anblick der vielen (von oben bis unten verschlammten) Mountainbiker, die mit der Bahn zur Plani hoch kamen, um sich auf den wagehalsigen Downhill-Strecken der Planai steil ins Tal zu stürzen – wir hatten sie bereits von der Gondel aus beobachtet – gaben mir ein mulmiges Gefühl…

Schließlich hatten auch Uschi und Iris genug Sonne getankt, und wir starteten zum Abstieg. Wir hatten vor, bis zur Mittelstation zu laufen, die sich auf 1350 m Höhe befindet. Ab da soll der Weg dann doch zu steil sein, uns wurde für den restlichen Weg ins Tal die Seilbahn empfohlen.

Da ich mich ja schon ein wenig umgesehen hatte, führte ich uns auf den Weg hinab links von der Bergstation. Über uns schwebten die Gondeln nach oben:

… und ein Biker rief aus seiner Gondel „Hallo – bis gleich“ zu uns. Das kam mir dann doch seltsam vor, und ich rief zurück mit der Frage: „Dürfen wir hier überhaupt laufen?“ Die Antwort war: „Nein!“  🙂

Und tatsächlich war der Weg sehr steil, kurvig und sehr schmal, und vor allem waren deutlich jede Menge Radspuren sichtbar. Die Aussicht auf eine Konfrontation mit einem der Biker war dann doch nicht so idyllisch, und wir beeilten uns, wieder hoch zu kommen, um uns bei den Bikern nach dem richtigen Wanderweg zu erkundigen, der an der Schafalm vorbei nach unten führte. Wir hatten doch glatt das Verbotsschild für Wanderer an der Downhill-Strecke übersehen! Also Vorsicht – hier sind die Fortbewegungsarten streng getrennt (anders als bei uns zu Hause im Schönbuch).

Nun war die Gelegenheit, einmal wieder die Beinmuskeln zu trainieren. Es ging teilweise richtig schön steil und steinig hinab.

Schließlich kamen wir an der Mittelstation an, fuhren mit der Gondel nach unten und stürmten den Intersport-Laden in der Talstation, wo ich mir eine knallrote kuschelige Fleecejacke kaufte.

Ein wirklich perfekter Tag!

Dauer: Panoramaweg 45 Minuten, zur Mittelstation ca. 1 h (ca. 500 Höhenmeter)


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Heute sollte eigentlich mein letzter Tag in der Steiermark sein, doch dazu später. Also stand eine Fahrt zum und auf den Dachstein an. Wenn ich schon einmal hier bin, möchte ich mir diese gigantischen Felsen doch nicht nur von unten anschauen. Iris, Uschi und Margret hatten denselben Wunsch und schlossen sich an.

Um 8:35 Uhr fuhr der Bus vom Hotel ab zur Talstation. Seeeehr zeitig. Iris kam wie immer recht kurzfristig an und erst im Bus dazu, ihre Wanderschuhe zu binden.   🙂

Wir mussten einmal umsteigen, und dann waren wir auch schon an der Dachsteinseilbahn in Ramsau.

Ehe wir uns versahen, standen wir dicht gedrängt in der Gondel und fuhren am Hunerkogel gen Himmel, auf ca. 2700 Meter Höhe.

Und wurden mit einer traumhaften Aussicht ringsum beschenkt.

Die 3 höchsten Gipfel des Dachsteinmassivs, Torstein, Mitterspitz und Hoher Dachstein, alle knapp unter 3000 m hoch, waren nun direkt vor uns.

Auf einer Aussichtsplattform, dem s.g. Skywalk kann man einmal ringsum laufen und die Sicht in alle Richtungen genießen.

Nichts für schwache Nerven: Die Plattform ist teilweise aus Glas, und man kann weit weit nach unten schauen:

Da oben recht wenig Schnee liegt, dürfen momentan keine geführten Wanderungen durchgeführt werden. Man kann aber trotzdem ziemlich weit auf einer präparierten Schneepiste laufen. Oder Ski fahren:

Wir fuhren jedoch bald wieder hinunter und machten uns auf den Weg Richtung Ramsau, auf dem Wanderweg 66.

Als erstes blieben wir jedoch an der idyllischen Walcheralm hängen.

Ein wunderbarer Platz zum Relaxen und Genießen. Ich bekam einmal mehr Appetit auf Kaiserschmarrn, und hier gab es sogar welchen aus Vollkorn – mit Honig und Mandeln, Apfelmus und Preiselbeeren. Absolut lecker. Ich fühlte mich gleich noch einmal wie im Himmel.

Leider aber viel zu viel, ich habe diese riesige Portion nicht einmal mit Hilfe der Anderen geschafft.

Interessant: Etwas oberhalb der Walcheralm, nicht zu übersehen, gibt es auf der Wiese eine interessante Ausstellung über den Steinadler.

Bis nach Ramsau waren es dann ungefähr 2 Stunden, und dann noch einmal eine knappe Stunde auf dem südlichen Rittisberg-Rundweg bis zum Steirerhof. Zum Schluss leider viel geteerte Wege, das war anstrengend und sehr warm. Aber ansonsten eine schöne Wanderung. Wir kamen ziemlich erledigt im Hotel an.

Dauer: ca. 3 Stunden


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Meine Tage in der Steiermark sind langsam gezählt, und ich muss mir überlegen, welche Touren ich noch wandern möchte. Eine liegt mir schon länger am Herzen: Von der Ursprungalm zu den Giglachseen. Muss traumhaft sein, las ich und hörte ich. Wegen der außergewöhnlich romantischen Naturkulisse wurden hier 1988 Szenen für einen „Heidi“-Film gedreht, und man war wohl so frei, dabei sogar die gut sichtbaren Dachsteingipfel mit ins Bild zu setzen, obwohl der Film in der Schweiz spielte.

Große Freude bei mir, als auch Uschi, Claudia, Margrit und Iris sich anschließen wollten und Iris ihren BMW für die wirklich nicht einfache Anfahrt zur Ursprungalm zur Verfügung stellte.

Es war Zeit des Almabtriebs:

Ich stieg aus zum Fotografieren und bekam von der Bäuerin ein kleines süßes Gebäck für jeden – das sei hier Tradition beim Almabtrieb. Schöne Tradition, fanden wir.

Hinter der Mautstelle der Ursprungalm wurde es richtig steil. Wir Beifahrer konnten die sagenhaft wunderschöne urige Landschaft genießen, während Iris ihren BMW zielsicher die steilen Kurven hinauf zur Ursprungsalm lenkte. So kamen wir ca. 45 Minuten später auf dem Parkplatz auf 1610 Meter Höhe an. Wir sahen uns erst noch kurz die Ursprungalm an. Auch hier war man voll und ganz mit dem Almabtrieb der Schafe beschäftigt.

Dann starteten wir den Anstieg, und dies war nun unsere Runde:

Ursprungalm – Giglachseen – Ignaz-Mattis-Hütte – Ursprungalm

Die nächsten 2 Stunden ging es nun steil, steil, steil hoch.

Naja, man kann es natürlich auch schneller schaffen. Ich habe wie immer das weit abgehängte Schlusslicht gebildet, aber das hat mich gar nicht gestört. Ich habe ganz langsam gemacht, Grüße und aufmunterende Sätze mit anderen Wanderern ausgetauscht, ein australisches Ehepaar mit derem Apparat fotografiert, und ich habe die wunderschönen, atemberaubenden Sichten, die sich wirklich in allen Richtungen boten, genossen, und die sich mit Worten wirklich nicht beschreiben lassen. Wie hier zurück auf den Dachstein…

… oder nach oben:

Unfassbar: Biker quälten sich an uns vorbei!

Und Schafe wurden nach unten getrieben:

Der Anstieg war anstrengend, aber wirklich traumhaft. Eine einmalige Landschaft, wie ich sie lange nicht mehr so gesehen hatte. Eine karge Vegetation, Schneereste an den Hängen, Bäche plätscherten und stürzten links herunter… Ich war jetzt sogar sehr froh darüber, dass die Anderen weit vor mir waren. Ich war unglaublich glücklich darüber, nach den letzten Jahren schwerer Krankheit und für mich extrem unsicherer Zeiten etwas so Schönes erleben und sehen zu können und in knapp 2000 Metern Höhe einen solchen Aufstieg zu schaffen!

Schließlich kamen wir am Oberen Giglachsee an. Die Giglachseehütte ließen wir rechts liegen, wir hatten noch keine Lust zum Einkehren. Hier ein Blick zurück:

Nun liefen wir weiter auf dem Weg 702 (ok, teilweise war es eher ein Klettern über Steine und Felsen)…

… links am Oberen Giglachsee vorbei zum Unteren Giglachsee und oberhalb an diesem entlang…

… Richtung Ignaz-Mattis-Hütte, die sich dann auch endlich in erreichbarer Ferne zeigte.

Geschafft!! Angekommen in der Ignaz-Mattis-Hütte auf 1986 Metern Höhe…

… suchten wir uns eine Bank in der Sonne mit herrlicher Sicht auf den Giglachsee und die beeindruckende Bergwelt ringsum…

… und ich bestellte mir ein Brot mit dem berühmten Steirerkäse.

Köstlich!!

Es gibt Momente im Leben, da stimmt einfach alles.   🙂

Bis auf dass mein Akku nun leer war und ich nicht mehr fotografieren konnte. Bleibt mir also nur noch, in Worten zu schwärmen.

Es wurde voller und lauter auf der Terasse – Bier trinkende Männergruppen, wie wir sie schon gestern auf der Sonnenalm als ziemlich nervig erlebt hatten. Wir brachen auf, umrundeten den Giglachsee im Norden und suchten uns etwas später auf der anderen Seite einen ruhigen Platz am See, um unsere mitgebrachte Wanderjause zu verspeisen, zu relaxen, den Tag zu genießen und mit den Füßen ins bitter kalte Wasser zu steigen – aber nur ganz ganz kurz…

Wir waren bald wieder an der Giglachseehütte, und nun begann der steile Abstieg zurück zur Ursprungalm. Es waren inzwischen – zum Samstagnachmittag – ganz schön viele Leute unterwegs, es war nicht mehr so gemütlich und friedlich wie am Vormittag. Aber die Landschaft, die Berge ebenso atemberaubend, nun in einem ganz anderen Licht. Es ging ganz schön auf die Schenkel, und ich konnte es gar nicht galuben, dass ich diesen langen steilen Weg am Vormittag hinauf gegangen war. Er nahm gar kein Ende!

Schließlich kamen wir gegen 15:30 Uhr in der Ursprungalm an, fanden noch einen freien Tisch in der Sonne und ließen es uns noch einmal richtig gut gehen mit Buttermilch, Kaffee und Topfenkuchen. Uschi kam wie immer in Fahrt und erzählte Anektoden aus ihrer Skigruppe und einen Witz nach dem anderen. Uns tat der Bauch weh! Ich erklärte Uschi, dass ich sie unbedingt mit nach Hause nehmen muss – zum Wandern und zum Lachen!

Dauer: 3-4 Stunden, 376 Höhenmeter

Wanderweg mit Karte auf www.ursprungalm.at


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21. September 2011 · Kommentare deaktiviert für Nur 150 Höhenmeter · Kategorien: Österreich, Steiermark, Wandern
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Ich hatte mir ja vorgenommen, mich nicht den geführten Hotel-Wanderungen anzuschließen. Ich bin kein Gruppenwandertyp und lasse mich leicht vom Leistungsniveau und Tempo weitaus sportlicherer Menschen unter Druck setzen. Vor allem, wenn jemand auf mich wartet. Wie immer ging Karli, einer der Söhne der Inhaberfamilie des Steirerhofs, der sich wöchentlich mit seinem Bruder bei den Wanderführungen abwechselt, beim Frühstück herum, um die heutige Wandertour zu erläutern. Heute wolle er mit dem Hotel-Wanderbus nach Rohrmoos bis zur Hochwurzenbahn fahren, mit der Seilbahn hochfahren zum Hochwurzen, einem Berg der Schladminger Tauern, weiter zum Rossfeld laufen und dann auf einem anderen Weg wieder hinunter. Zu überwindende Höhenmeter: 150, also wirklich nicht schwer.

Das klang doch gut. Meine Tischnachbarn schauten mich fragend an: Na das kannst du doch auch! – und ja – ich hatte doch auf der Schwäbischen Alb über 300 Höhenmeter geschafft! Also: ich komme dann heute doch mal mit zur Tour

Hochwurzen – Roßfeld – Goschen

Abfahrt war 9:00 Uhr ab Hotel. Ohhhh, das ist ja so gar nicht meine Zeit.   🙂

Ok, wir verstauten unsere Rucksäcke und uns selbst im Bus…

… und 20 Minuten später waren wir an der Hochwurzen-Seilbahn.

Karli hatte jede Menge Wanderstöcke dabei, und da ich ohnehin mal das Wandern mit Wanderstöcken testen wollte, lieh ich mir heute ein Paar (dies gehört zum Service des Hotels). Mein großes Glück, wie sich später herausstellen sollte!

Nun sammelte Karli unsere „Sommercard“ ein, mit der wir diese und andere Seilbahnen in der Schladminger Gegend kostenlos nutzen konnten, und besorgte die Karten. Und schon schwebten wir aufwärts – von 1050 auf 1850 Meter zum Hochwurzen und genossen bereits unterwegs eine herrliche Aussicht.

Im Tal ein Meer aus Nebel, darüber erhoben sich die Berge des Dachsteinmassivs in einen herrlich blauen Himmel. Nach den letzten beiden trüben Wintertagen sehnten wir uns alle nach Sonne, die wir heute auch reichlich genießen sollten. Der Schnee taute langsam, aber sicher weg.

Nun ging es stramm und steil bergauf auf einem schmalen Schneepfad bis zum Kleinen Hochwurzen.

Kurze Pause und weiter. Kurze Strecke wieder hinab, dann wieder nur noch steil hoch auf einer schmalen kurvigen Strecke.Noch mal ein Blick zurück zur Bergstation und dem Dachstein…

Und weiter gehts auf dem Bergwaldlehrpfad.

Wow, wie flott da einige aus unserer Gruppe hoch marschierten. Mir wurde jedoch die Luft immer knapper. Aber ich machte halt langsam und immer wieder Pause. Josef bleib bei mir stehen und motivierte mich immer wieder. Danke dir, Josef.

Ich nahm mir trotzdem auch Zeit, immer mal wieder die schöne Aussicht auf Schladming zu genießen…

… und ein Foto mit Claudia machen zu lassen:

Dann die erste Station: Roßfeld auf 1919 Metern Höhe.

Hier hat man einen super Blick ringsum auf das Dachsteinmassiv, auf die Hochwurzen-Bergstation…

… und die Tauern. Wir machten nun die erste längere Vesperpause und genossen die Sonne. Aber wir hatten ja noch etwas Anstieg vor uns. Das Laufen war durch den recht tiefen Schneematsch wahrlich erschwert…

… aber die herrlichen Aussichten waren Belohnung genug.

Bis zum Goschen auf 1983 m war es echt noch mal heftig. Das klingt nicht viel, aber es war ein steiler Weg durch Schee und Scheematsch, ich bekam leider schlecht Luft und musste immer wieder anhalten. Schließlich habe ich es aber auch geschafft.

Einige aus unserer Gruppe wollten noch weiter bis zum Hochfeld und dann wieder zu uns zum Goschen zurück kommen, und so hatten wir eine reichliche halbe Stunden Pause. Wir vertrieben sie uns mit viel Spaß und bauten einen Schneemann:

Und da wir immer noch warten mussten, bekam der Schneemann noch Beine, Füße, Zehen und zuletzt noch einen Hund:  🙂

Die andere Gruppe kam zurück, und wir traten den Abstieg an. Im Ganzen hatten wir nun ca. 850 m zum Teil steil bergab vor uns. Nun stöhnten viele andere, doch ich habe das gut gepackt. Ich war heilfroh, mir Wanderstöcke geliehen zu haben, denn es war extrem steil und extrem rutschig – über mit Schneematsch bedeckte Wurzeln und Felsen. So ging das ewig. Ich habe von dieser Strecke kein Foto, denn man musste sich auf jeden Schritt genau konzentrieren.

Dann stießen wir auf einen Forstweg. Das war natürlich nicht so spannend, aber bedeutend leichter zu laufen.

Dann wieder ein Stück durch den Wald und ziemlich steil teilweise:

… und das letzte lange Stück wieder auf dem Forstweg…

… mit vielen herrlichen Aussichten ins Tal:

Es tröstete mich, dass einige Andere berichteten, der Aufstieg habe sie ganz schön geschafft, und sie seien jetzt ziemlich kaputt. Ich war es nach dem langen Abstieg nicht, dachte aber nicht unbedingt mit Vergnügen an den Aufstieg. Die Mühen sind aber immer schnell vergessen, und wir planen schon unsere Tour für morgen.

Dauer: ca. 5 Stunden


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20. September 2011 · Kommentare deaktiviert für Heute nur kurz mit Stöcken · Kategorien: Nordic Walking, Österreich, Steiermark
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Nordic Walking – Halserbergrunde

Heute war ich etwas träge, aber mir ging es nicht allein so. Nach dem Schneetag gestern und dem einsetzendem Tauwetter bei ca. 7°C war der Blick aus dem Fenster auch nicht gerade animierend. Ich gönnte mir also einen ganz faulen Vormittag und zog am frühen Nachmittag nur kurz los auf eine Nordic Walking Runde.

Das Wanderhotel Steirerhof bietet ja auch Nordic-Walking-Kurse an, und in unmittelbarer Umgebung gibt es genügend ausgeschilderte Rundwege, auf denen man sich austoben kann, einschließlich einer Nordic-Walking-Schaukel (diesenBegriff habe ich auch erst hier kennengelernt, aber Skifahrern dürfte er bekannt sein). Ungefähr 50 m vom Hotel entfernt befindet sich eine große Tafel, auf der alle Wander- und Nordic-Walking-Rundstrecken anschaulich beschrieben sind.

Ich entschied mich für die Halserbergrunde. Einen Teil der Strecke, die ich vorgestern mit Claudia und Josef gelaufen bin, wie sich dann herausstellte. s. Langlaufmilch und Bratensoße.

Es war ziemlich frisch, muss ich sagen, und irgendwie auch recht drückend. Ich bin kein Mensch, der sich leicht vom Wetter abhängig macht, aber heute kam auch ich in Jahresendstimmung – es war wie im Dezember, wenn der Winter sich noch nicht entscheiden kann, ob er nun schon antreten oder noch warten soll, es wurde nicht richtig hell, es ging ein kühler feuchter Wind. Ich hatte das Gefühl, ich muss jetzt schnell heim und die Adventkerzen anzünden, damit wenigstens etwas Gemütlichkeit aufkommt.

Ich war froh, als ich wieder im Hotel eintraf und plünderte heute zum ersten Mal das Kuchenbuffet – heute gab es Apfelstrudel mit Vanillesoße.  🙂

Ab Morgen wird es wieder wärmer und sonniger.

Länge: 6,3 km


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20. September 2011 · Kommentare deaktiviert für Vitalhotel Steirerhof · Kategorien: Nordic Walking, Österreich, Steiermark, Übernachten, Wandern
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Über Wikinger Reisen habe ich einen Individual-Wanderurlaub gebucht – eine 8-tägige Standort-Wanderreise am Dachstein, in der Steiermark:

Wandern am Dachsteinmassiv

Ich habe jedoch noch 3 Tage dazu gebucht, da mir 8 Tage zu wenig waren.

Meine Unterkunft ist das Wander- und Vitalhotel Steirerhof in Pichl/Ramsau, ein Wanderhotel direkt am Fuß des Dachsteinmassivs.

Und ich kann nur in den höchsten Tönen loben. Es gibt hier wirklich alles, was man zum Wohlfühlen und Erholen braucht. Die Zimmer sind komfortabel und gemütlich, einschließlich der Betten. Es gibt einen schicken Sauna- und Wellnessbereicht mit mehreren Saunen. Es gibt eine Lesestube, viele gemütliche Ruheecken drinnen und draußen, Internet-PC, Verleih von Wanderstöcken und -rucksäcken und Wasserflaschen, jeden Tag eine geführte Wandertour oder individuelle Wanderberatung. Das Frühstücksbuffet ist lecker mit frischem Obst, mehreren körnigen Brot- und Brötchensorten, Wurst, Käse, Müsli, Kaffee und mehrere leckere Kräutertees:

… und man kann sich dort gleich eine Wanderjause zum Mitnehmen zubereiten (Tüten und Wasserflaschen liegen/stehen bereit). An einer Wasserzapfstelle kann man sich jederzeit mit frischem Granderwasser versorgen:

Ich habe ein Doppelzimmer mit Südbalkon

und Blick auf die Schladminger Tauern:

Und direkt hinter dem Hotel erhebt sich das Dachsteinmassiv.

Wenn man das Hotel verlässt und 50 m nach links dier Straße hoch läuft, gibt es eine Informationstafel mit Wander- und Nordic-Walkingstrecken in der unmittelbaren Umgebung, und alle sind bestens ausgeschildert. Aber auch im Hotel wird man fürsorglich und kompetent beraten.

Es sind so viele Kleinigkeiten, die den Wohlfühlfaktor ausmachen, wie z.B. die familiäre Atmosphäre, es wird viel gescherzt und gelacht mit der Gastgeberfamilie und dem Personal, man ist gleich per „Du“, man setzt Alleinreisende zusammen an einen Tisch, überall sieht man hübsche Dekoration und Sprüche zur Förderung der Gelassenheits- und Wohlfühlfaktors. Man hat, wenn man das möchte, immer Gemeinschaft, kann sich aber genauso zurück ziehen und für sich sein.

Aber auch jede Menge an Komfort, wie ein Trockenraum für die nassen Wanderklamotten, Wasserschlauch und Bürste am Seiteneingang für die Schuhe…

… ein Schuhzimmer mit beheiztem Schuhregal, Spielzimmer, Bibliothek mit Wanderliteratur, Bademantel, Badeschuhe und Saunatücher auf dem Zimmer, viel Stauraum im Zimmer und im Bad. Es gibt eine Waschmaschine im Haus, und man kann sich zur Massage anmelden.

Verhungern kann man auch nicht. Nachmittags gibt es ein leckeres Kuchenbuffet, natürlich mit selbstgebackenem Schokokuchen, Apfelstrudel u.a., am Abend ein 4-Gänge-Menü, davon eins immer vegetarisch. Sehr lecker und biologisch vollwertig. Und für diejenigen, die so wie ich darauf achten müssen, dass sie ihr Wohlfühlgewicht nicht unterschreiten (oder auch überschreiten), gibt es in jedem Zimmer eine Personenwaage mit einem beruhigendem Spruch:  🙂

Kurz: Man kann sich einfach wohl fühlen.

Also, ich habe eine gute Wahl getroffen, und sage mal, wie es hier über der Tür zur Rezeption und zum Speisesaal steht:

Danke, dass ich hier sein kann!  🙂

www.steirerhof.at

Steirerhof bei Google Maps


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19. September 2011 · Kommentare deaktiviert für Winterwandern im Spätsommer · Kategorien: Österreich, Steiermark, Wandern
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Heute sollte der angekündigte Wintereinbruch kommen, und tatsächlich, ein Blick morgens aus dem Fenster meines Zimmers im Hotel Steirerhof bestätigte die Vorhersage.

Ich hatte vor meiner Abreise über wetter.com erfahren, dass es am Montag, also heute, nur 4°C und Schnee geben soll und vorsorglich Mütze und lange Funktions-Unterhosen eingepackt. Die konnte ich nun gut gebrauchen, es war kalt und schneite kräftig, aber eher als Schneeregen. Eigentlich hatte ich geplant, heute die Kulmbergrunde laufen, eine der 3 Wandervorschläge, die ich von Wikinger-Reisen erhalten hatte, aber gleich 2 Miturlauber rieten mir, ich solle das sein lassen, der Weg durch die Wolfsschlucht, welcher auf dem Weg zum Kulmberg zu passieren war, sei sicher ziemlich matschig. Und so lief ich erst einmal warm eingepackt, aber immer noch ziemlich unentschlossen, aus dem Hotel…

dessen Anblick und Umgebung nun eher Weihnachtsstimmung verbreitete:

Weder vom Dachstein, noch von den Bergen der Schladminger Tauern war auch nur ein zarter Ansatz zu sehen. Doch irgendwie war es herrlich, die Luft war so schön kühl und klar, und so bekam ich doch Lust, die Kulmbergrunde zu laufen:

Steirerhof – Wolfsschlucht – Kulmbergrundweg – Wolfsschlucht – Steirerhof

Ich habe es überhaupt nicht bereut, es wurde eine super schöne Wanderung.

Der Weg ist vom Steirerhof aus lückenlos ausgeschildert als „Kulmbergrundweg“ mit der Nr. 2. Um auf ihn zu gelangen, musste ich zunächst Richtung  Wolfsschlucht und durch diese hindurch. Ich lief also erst einmal über verschneite Wiesen:

… und nicht weniger verschneite Waldwege:

… die durch die unter der Schneelast bis zum Boden gebogenen Äste der Laubbäume teilweise zur Klettertour geraten waren. Bis ich die verschneite Brücke über den Grießbach, den Eingang zur Wolfsschlucht erreichte:

Nun gehts immer bergan durch die Wolfsschlucht hindurch, die aber überhaupt nicht matschig war, wie mir vorausgesagt worden war.

Hinter der Wolfsschlucht musste ich dann an ein paar Häusern vorbei einen Wiesenpfad hoch.

Es schneite weiterhin ununterbrochen, und ich hätte mich nicht gewundert, wenn ich weihnachtliche Dekoration oder Lichter an den Häusern entdeckt hätte.

Nun noch ein Stück durch einen Winter-Märchenwald durch:

… und ich erreichte den Einstieg zur Kulmbergrunde:

Ich begann den Weg nach rechts, Richtung Osten, auf der Südseite. Hier soll man immer wieder einen schönen Blick auf die Tauern haben, aber heute blickte man natürlich nur in eine Wand aus Nebel und Schnee.

Auf dieser Bank könnte ich mich sooo gemütlich niederlassen und die herrliche Aussicht genießen:  🙂

Ich stapfte also weiter durch den Schnee, genoss die herrlich frische Luft, war dank meiner kuscheligen Wintermütze guter Dinge…

… und überwand erfolgreich jedes Hindernis.

Kurz vor Kulm führte der Weg durch eine kleinere Siedlung mit super schicken modernen Villen, aber auch ganz traditionellen Häusern hindurch. Ein Kleintransporter quälte sich, wahrscheinlich noch gar nicht mit Winterreifen ausgerüstet, eine Einfahrt hoch, schaffte es jedoch nicht, nahm immer wieder Anlauf, drehte sich etwas und rutschte seitwärts wieder hinunter. Mir stockte der Atem, aber der junge Fahrer grinste mich gelassen an und packte es schließlich.

Ich stieß auf die Straße nach Kulm, dem östlichen Ortsteil von Ramsau. Und einem verlockenden „Kaminstüberl“.

Kamin klingt gut. Das war doch was für mich. Ich trat ein und stand in einer kleinen Stube – mit brennendem Holzofen! Herrlich.

Ich nahm meine pitschenasse Mütze ab, setzte meinen pitschenassen Rucksack ab, zog meine pitschenasse Jacke aus und ließ mich an einem der zwei Tische, gegenüber eines älteren Herrn, der gerade Postkarten schrieb, nieder. Ich grüßte den sympathischen Mann, bestellte Kaffee und Käsebrot, und schon waren wir in ein nettes Gespräch vertieft. Er kam, was ich sofort an seinem Dialekt identifizierte, aus Berlin, wo ich auch fast 10 Jahre meines Lebens verbracht hatte, war, wie ich, in der IT-Branche tätig, nun aber pensioniert, arbeitet aber immer noch einmal in der Woche für die Verwaltung und Pflege einer mathematischen Datenbank. Er hatte sich in ein Hotel in Ramsau eingemietet; seine 92-jährige Mutter, die ihren Urlaub gleich im Anschluss an seinen antreten wollte (!!), hatte ihm diese Gegend empfohlen. Wir hatten uns jedenfalls viel zu erzählen, und ich wollte gar nicht wieder gehen, so gemütlich war es. Ok, eine zweite Tasse Kaffee muss dann jetzt sein. Und wir schwatzten weiter und freuten uns über den netten Nachmittag.

Er empfahl mir nun auch, nicht wie geplant den Kulmberg-Höhenweg zu laufen, das sei bei dem Wetter nix. Ich solle lieber den Philosophenweg nehmen, der stößt dann nach dem Höhenweg wieder auf den Kulmbergrundweg. Er selbst würde bald mit dem Bus zurück zum Hotel fahren.

Nun musste ich aber wirklich langsam weiter. Ich kramte meine nassen Klamotten zusammen, die ich zum Trocknen überall verteilt hatte, was natürlich noch nicht zu spüren war. Also tapfer das nasse Tuch um den Hals und in die nasse Jacke hinein. Während wir immer noch miteinander schwatzten und ich wegen der nassen kalten Sachen kichern musste. Ich zahlte, verabschiedete mich und zog weiter. Wie oft auf meinen Wanderungen war auch dieses Mal die Wanderbegegnung mit das Schönste.

Gegenüber des Kaminstüberl steht eine Milchsammelstelle. Links davon führt ein schmaler Pfad hinauf bis nach Kulm. Er führt zunächst etwas oberhalb an Kulm vorbei, man sieht die alte kleine Kirche…

… streift kurz Kulm…

… und gelangt dann über eine Holzbrücke in den Philosophenweg. Dieser war schnell durchwandert. Das Wetter wurde nun doch ungemütlich, es schneite immer mehr, jedoch eher als Schneeregen, und ich spürte, dass sich bereits meine Funktions-Unterhose mit Wasser vollgesaugt hatte. Schenkel und Knie waren nass. Mir war jedoch immer noch nicht kalt. Dank meiner schönen neuen Wanderschuhe hatte ich warme Füße.

Gleich hinter dem Philosophenweg kam ich an der Sprungschanzen-Anlage von Ramsau vorbei. Ich konnte nun wegen des heftigen Schneetreibens nicht fotografieren und suchte die richtige Fortsetzung meines Weges, als ich einen älteren Herrn mit Mütze und Schirm daher kommen sah – es war der sympathische Mathematiker aus dem Kaminstüberl. Wir begrüßten uns nochmals – um uns sogleich wieder voneinander zu verabschieden, denn ich hatte bei dem ungemütlichen Wetter keine Ruhe mehr zum Bleiben und Reden.

Ich stapfte also weiter den Kulmberg hoch, nun auf der Nordseite. Das Wetter beruhigte sich, es wurde wieder heller. Den frischen Spuren im Schnee nach zu urteilen war ich nicht allein unterwegs, aber nur selten kam jemand an mir vorbei.

Inzwischen hatten sich bestimmt 15 cm Schnee angesammelt.

Es lief sich durch den losen Schnee etwas schwieriger, aber gerade an stark abschüssigen Pfaden auch sicherer, weil weniger rutschig.

Schließlich gelang ich wieder an die Kreuzung, bei der ich in die Kulmbergrunde eingestiegen war und lief die Wolfsschlucht hinab, in der sich nun doch einige leicht matschige Stellen gebildet hatten – aber es war ja nur Schneematsch. Auf dem selben Weg, den ich heute Morgen zur Kulmbergrunde gekommen war, wanderte ich zum Hotel zurück. Nass bis auf die Knochen, aber zufrieden und glücklich über eine schöne Wanderung und in Vorfreude auf mein warmes gemütliches Hotelzimmer.

Länge: ca. 10 km (ohne den Weg zwischen Hotel und Kulmbergrunde, mit diesem ca. 13 km)

Meine Karte: Kompass Nr. 031, Der Dachstein, Ramsau, Filzmoos (braucht man aber nicht, der Weg ist bestens ausgeschildert)


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18. September 2011 · Kommentare deaktiviert für Langlaufmilch und Bratensoße · Kategorien: Österreich, Steiermark, Wandern
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Der erste Tag im Urlaub dient immer dem Ankommen, Runterkommen und Orientieren, wo man sich befindet und was man unternehmen kann. Ich wurde mit 4 netten Singles an einen Tisch gesetzt, und Iris war schon länger hier und konnte einiges berichten und empfehlen – wunderschöne Touren. Sie ist auch eher der Alleinwanderer, hatte aber einige geführte Touren mitgemacht. Ich erkannte jedoch sehr schnell, dass das nicht unbedingt meinem Leistungsniveau entspricht, und entschied mich schnell, mir meine eigenen Touren zu suchen oder mich einer eher kleinen Gruppe anzuschließen. So lief ich also heute mit den beiden anderen Tischgenossen Claudia und Josef mit, und wir machten zum Einstieg eine kurze und gemütliche Tour

Steirerhof – Halseralm – Sonnenalm – Halseralm – Arnikaweg

… also vom Steirerhof aus zur Halseralm, von da aus zur Sonnenalm, dann zur Halseralm zurück, um den Kaiserschmarrn dort zu probieren, und von da aus auf dem Arnikaweg zurück zum Steirerhof.

Es ging – für meine Begriffe – sehr zeitig los, kurz vor 10 Uhr starteten wir.  🙂

Vom Hotel aus nach links die Straße hoch, dann wieder links und dann links hoch in den Wald. Hier ging es kontinuierlich aufwärts durch den Wald, am Besinnungsweg vorbei, Richtung Halseralm. Ein wunderschöner, eigentlich gemütlicher Wanderweg. Leider wurde bei mir schnell die Luft knapp, und ich musste öfters anhalten. Aber das ist nun mal so bei mir…

Ab und zu gab der Wald eine schöne Sicht auf die Gletscher frei.

Nach ca. 1 Stunde kamen wir an der Halseralm an, wo wir eigentlich einkehren wollten…

aber da wir noch keinen Hunger hatten, liefen wir vorbei, weiter zur Sonnenalm.

Wow, hier war es gemütlich, und wir hatten heute eine wunderschöne Sicht ringsum.

Wir suchten uns eine Bank außen, wir Frauen wickelten uns in Decken, und Josef bestellte sich eine s.g. „Langlaufmilch“ – mal sehen, was das denn ist. Und ein wenig bereute er seine Bestellung dann auch, denn die Langlaufmilch erwies sich eher als Langlaufhemmer. Sie bestand aus heißer Milch mit ganz viel Rum und einem weiteren Schnaps. Josef ging es danach nicht so gut, er spürte den Alkohol nicht zu knapp, bekam total weiche Beine, und wir lachten ab da immer wieder über seine Langlaufmilch-Erfahrung.

Es war super gemütlich hier, Katzen und Hühner, anscheinend schon mit Schneeschuhen versehen, liefen frei herum…

So sehen die Hühner in der Steiermark aus, die s.g. Altsteirerhühner.

Überall, wie auch im Hotel, weise und anmutige Sprüche für und über das Leben…

… und am Nebentisch sorgte der fesche Gastwirt bei einer Frauen-Wandergruppe für viel Spaß.

Wir stellten fest, wie schön es wäre, wenn es einem gelingen könnte, nur ein wenig von dieser Atmosphäre in den Alltag zu retten. Aber das nimmt man sich sicher in jedem Urlaub vor.  🙂

Da uns allmählich frisch wurde, zahlten wir und liefen wieder zur Halseralm hinab, mit großen Appetit auf Kaiserschmarrn.

Die Halseralm ist eine total urige Hütte, seit über 400 Jahren bewirtschaftet, wo man sich offensichtlich wenig Mühe gibt, den Zahn der Zeit aufzuhalten.

Es machte alles einen sehr alten und ge- bzw. verbrauchten Eindruck, aber auf eine wirklich charmante und gemütliche Art und Weise.

Das Holz war verwittert, alte verrostete Gerätschaften hangen herum, Tischen und Bänken sah man den Gebrauch an.

Wir Frauen bestellten natürlich unseren Kaiserschmarrn mit Preiselbeeren, Josef ein Brot mit Schweinebraten. Der Kaiserschmarrn, wohlgemerkt die kleine Portion, wurde uns vom jungen blonden Gastwirt – auch er war offensichtlich unglaublich gut drauf und verbreitete gute Stimmung – in einem reichlich gefüllten schmiedeeisernen Tiegel gebracht. Josef bekam seinen Braten auf einem alten Holzbrett, das schon sehr weit gerissen war, und prompt lief ein großer Teil der Bratensoße quer über den Tisch. Er bat den Jungen um einen Lappen, aber diesem war das viel zu umständlich, und mit einem „Ach, das machmer so!“, zog er den Ärmel seiner Joggingjacke straff und wischte mit diesem die Bratensoße breit. Wir konnten uns nicht halten vor Lachen!

Aber Josef bekam nicht nur vom Lachen Tränen in den Augen – sein Braten war mit reichlich sehr sehr scharfem Meerrettich belegt!

Es schmeckte köstlich, der Kaffee danach auf. Josef ging es langsam wieder besser.

Wir Frauen wollertn,wei das so ist, auf Toilette, aber da fehlte das Papier. Wieder wandte ich mich an den fröhlichen Gastwirt und bat um eine Rolle Klopapier. Seine Antwort – wie sollte es anders sein: „Ach dann gehst zu den Männern!“

Schon kapiert – wir sind viel zu kompliziert!  🙂

Gut gelaunt spazierten wir über den Arnikaweg zurück zum Steirerhof, und ich machte mich an die vielseitige Teetheke heran.

Dauer: 2 Stunden

Meine Karte: Kompass Nr. 031, Der Dachstein, Ramsau, Filzmoos

 


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