Von

Der erste Tag im Urlaub dient immer dem Ankommen, Runterkommen und Orientieren, wo man sich befindet und was man unternehmen kann. Ich wurde mit 4 netten Singles an einen Tisch gesetzt, und Iris war schon länger hier und konnte einiges berichten und empfehlen – wunderschöne Touren. Sie ist auch eher der Alleinwanderer, hatte aber einige geführte Touren mitgemacht. Ich erkannte jedoch sehr schnell, dass das nicht unbedingt meinem Leistungsniveau entspricht, und entschied mich schnell, mir meine eigenen Touren zu suchen oder mich einer eher kleinen Gruppe anzuschließen. So lief ich also heute mit den beiden anderen Tischgenossen Claudia und Josef mit, und wir machten zum Einstieg eine kurze und gemütliche Tour

Steirerhof – Halseralm – Sonnenalm – Halseralm – Arnikaweg

… also vom Steirerhof aus zur Halseralm, von da aus zur Sonnenalm, dann zur Halseralm zurück, um den Kaiserschmarrn dort zu probieren, und von da aus auf dem Arnikaweg zurück zum Steirerhof.

Es ging – für meine Begriffe – sehr zeitig los, kurz vor 10 Uhr starteten wir.  🙂

Vom Hotel aus nach links die Straße hoch, dann wieder links und dann links hoch in den Wald. Hier ging es kontinuierlich aufwärts durch den Wald, am Besinnungsweg vorbei, Richtung Halseralm. Ein wunderschöner, eigentlich gemütlicher Wanderweg. Leider wurde bei mir schnell die Luft knapp, und ich musste öfters anhalten. Aber das ist nun mal so bei mir…

Ab und zu gab der Wald eine schöne Sicht auf die Gletscher frei.

Nach ca. 1 Stunde kamen wir an der Halseralm an, wo wir eigentlich einkehren wollten…

aber da wir noch keinen Hunger hatten, liefen wir vorbei, weiter zur Sonnenalm.

Wow, hier war es gemütlich, und wir hatten heute eine wunderschöne Sicht ringsum.

Wir suchten uns eine Bank außen, wir Frauen wickelten uns in Decken, und Josef bestellte sich eine s.g. „Langlaufmilch“ – mal sehen, was das denn ist. Und ein wenig bereute er seine Bestellung dann auch, denn die Langlaufmilch erwies sich eher als Langlaufhemmer. Sie bestand aus heißer Milch mit ganz viel Rum und einem weiteren Schnaps. Josef ging es danach nicht so gut, er spürte den Alkohol nicht zu knapp, bekam total weiche Beine, und wir lachten ab da immer wieder über seine Langlaufmilch-Erfahrung.

Es war super gemütlich hier, Katzen und Hühner, anscheinend schon mit Schneeschuhen versehen, liefen frei herum…

So sehen die Hühner in der Steiermark aus, die s.g. Altsteirerhühner.

Überall, wie auch im Hotel, weise und anmutige Sprüche für und über das Leben…

… und am Nebentisch sorgte der fesche Gastwirt bei einer Frauen-Wandergruppe für viel Spaß.

Wir stellten fest, wie schön es wäre, wenn es einem gelingen könnte, nur ein wenig von dieser Atmosphäre in den Alltag zu retten. Aber das nimmt man sich sicher in jedem Urlaub vor.  🙂

Da uns allmählich frisch wurde, zahlten wir und liefen wieder zur Halseralm hinab, mit großen Appetit auf Kaiserschmarrn.

Die Halseralm ist eine total urige Hütte, seit über 400 Jahren bewirtschaftet, wo man sich offensichtlich wenig Mühe gibt, den Zahn der Zeit aufzuhalten.

Es machte alles einen sehr alten und ge- bzw. verbrauchten Eindruck, aber auf eine wirklich charmante und gemütliche Art und Weise.

Das Holz war verwittert, alte verrostete Gerätschaften hangen herum, Tischen und Bänken sah man den Gebrauch an.

Wir Frauen bestellten natürlich unseren Kaiserschmarrn mit Preiselbeeren, Josef ein Brot mit Schweinebraten. Der Kaiserschmarrn, wohlgemerkt die kleine Portion, wurde uns vom jungen blonden Gastwirt – auch er war offensichtlich unglaublich gut drauf und verbreitete gute Stimmung – in einem reichlich gefüllten schmiedeeisernen Tiegel gebracht. Josef bekam seinen Braten auf einem alten Holzbrett, das schon sehr weit gerissen war, und prompt lief ein großer Teil der Bratensoße quer über den Tisch. Er bat den Jungen um einen Lappen, aber diesem war das viel zu umständlich, und mit einem „Ach, das machmer so!“, zog er den Ärmel seiner Joggingjacke straff und wischte mit diesem die Bratensoße breit. Wir konnten uns nicht halten vor Lachen!

Aber Josef bekam nicht nur vom Lachen Tränen in den Augen – sein Braten war mit reichlich sehr sehr scharfem Meerrettich belegt!

Es schmeckte köstlich, der Kaffee danach auf. Josef ging es langsam wieder besser.

Wir Frauen wollertn,wei das so ist, auf Toilette, aber da fehlte das Papier. Wieder wandte ich mich an den fröhlichen Gastwirt und bat um eine Rolle Klopapier. Seine Antwort – wie sollte es anders sein: „Ach dann gehst zu den Männern!“

Schon kapiert – wir sind viel zu kompliziert!  🙂

Gut gelaunt spazierten wir über den Arnikaweg zurück zum Steirerhof, und ich machte mich an die vielseitige Teetheke heran.

Dauer: 2 Stunden

Meine Karte: Kompass Nr. 031, Der Dachstein, Ramsau, Filzmoos

 

Diesen Artikel drucken Artikel per Email versenden

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

↓