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Wenn in den letzten Monaten in meinem Blog kaum neue Wanderberichte erschienen sind, lag bzw. liegt das vor allem daran, dass ich aus gesundheitlichen Gründen kaum wandern konnte/kann. Glücklicherweise gehöre ich jedoch zu den Menschen, die, wenn eines nicht geht, immer wieder etwas neues entdecken und probieren. Und so habe ich für mich eine neue Leidenschaft entdeckt: Die Musik. Ich lerne gerade ein neues Instrument.

Aber eigentlich muss ich sagen, es ist eine alte Leidenschaft, die ich gerade wieder neu entdecke. Denn in meiner Kindheit und Jugend habe ich viele Jahre Geige gespielt, so richtig mit Unterricht in der Musikschule, Gehörbildung, Musiktheorie, Orchesterproben und Auftritten. Mit Anfang 20 war dann Schluss. Es folgten immer mal wieder Versuche mit anderen Instrumenten – Gitarre, Blockflöte, mal kurz Tin Whistle, längere Zeit afrikanische Djembe…

Im Sommer, als ich müde, kraft- und mutlos zu Hause herum hing, erinnerte ich mich an eine Musiktherapie, in der ich vor ein paar Jahren die Leier kennengelernt hatte. Immer wieder hatte ich daran gedacht, was für ein schönes Instrument das ist, das ich gern noch einmal probieren würde. Kurz entschlossen mietete ich eine Leier, besorgte mir ein Buch zum Selbstlernen und legte los. Rasch lernte ich 2 Liedchen. Genauso rasch stieß ich an meine Grenzen, mir so selbst überlassen. Eine(n) Lehrer(in) fand ich leider nicht in der Nähe.

Da gab mir Thomas den entscheidenden Tipp: Versuch es doch mal mit Harfe!

Harfe war für mich bisher nur dieses riesige schwere Instrument mit den vielen Saiten, das man aus klassischen Konzerten kennt. Nach einigem Zögern informierte ich mich im Internet, stieß auf viele interessante Seiten und Foren und bemerkte, dass sich dieses schöne und vielseitige Instrument zunehmender Beliebtheit erfreut. Nicht zuletzt, weil es seit einigen Jahren immer mehr Lehrer, Notenliteratur, Kurse und Harfenbauer gibt, die die kleineren und erschwinglicheren Varianten bauen: Keltische und böhmische Harfe. Letztere war im 19. Jahrhundert ein beliebtes Instrument der Wandermusikanten und wird auch heute noch in besonders leichten Formen gebaut. Ebenso vielseitig ist die Musik, die man damit machen kann: Irisch-schottische / keltische Musik, barocke und klassische Musik, Mittelalter, Jazz, Filmmusik, Evergreens, eigentlich alles, was schön ist!

Im August fand ich eine Lehrerin, eine Harfenistin und Sopranistin in meiner Nähe, nahm eine Schnupperstunde und – hatte Feuer gefangen! Die Chemie stimmte sofort, und Victoria tut mir unglaublich gut mit ihrer leidenschaftlichen lieben und fröhlichen Art. Wie die Harfe und überhaupt die Musik mir unglaublich gut tut! Nun sauge ich alles auf, was mit Harfe zu tun hat – an Musik, Noten, Informationen.

Einmal in der Woche nehme ich Unterricht, ich freu mich auf jede Stunde – und übe beinahe täglich zu Hause!

Am Wochenende habe ich mir nun nach langer Überlegung ein großes Geschenk gemacht: Meine erste eigene Harfe. Ich habe sie einer Familie abgekauft, deren Tochter sie lange gespielt hat und nun auf Klavier umgestiegen ist. Nun steht sie hier in meinem Zimmer, und ich freu mich immer mehr:

Meine Harfe

Es ist eine keltische Harfe namens Saphir von der Harfenbauerin Bernadette Kerscher – ihr Zentrum Glissando in Röttenbach hatte ich 2 Wochen zuvor besucht. Sie ist aus Bubingaholz, hat Saiten aus Darm und Metall, insgesamt 35 Stück und sieht nicht nur wunderschön aus – sie klingt wunderschön! Sie ist 7 Jahre alt. Ein keltisches Pferd ziert den Hals.

Keltisches PferdNatürlich wollen die Finger nicht (mehr) so schnell wie vor 30 Jahren auf der Geige. Aber ganz ungeübt sind sie noch nicht! Während ich anfangs kaum eine halbe Stunde Üben durchgehalten habe, weil es mich zu sehr anstrengte, sitze ich nun oft länger als 1 Stunde an meiner Harfe, auch am Abend. Der bezaubernde Harfenklang macht einfach nur eine schöne Stimmung. Abgesehen davon: Ich werde wieder fitter im Kopf, kann mich besser und länger konzentrieren. Und ich höre wieder Musik, was ich jahrelang nicht konnte, weil ich Musik einfach nicht ertragen habe. Ich lerne neue Menschen kennen, tausche mich aus, habe 2 nette Harfenspielerinnen bereits persönlich kennengelernt. Vielleicht machen wir irgendwann mal gemeinsam Musik!

Ich bin froh, dass ich dieses Instrument entdeckt habe, dass mir Thomas diesen Anstoß gegeben hat. Ich hoffe, dass die Freude lange anhält, auch wenn ich wieder wandern kann. Denn schließlich hatten Wandern und Musik schon immer viel miteinander zu tun!

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2 Kommentare

  1. Hallo liebe Katrin,
    ich finde es wirklich ganz toll, wie du deine Situation meisterst.
    Auf jeden Fall passen für dich die Musik und das Wandern sehr gut zusammen.
    Es ist auch großartig, dass Thomas die „zündende Idee“ hatte.

    Ich wünsche dir viel Spaß und Entspannung mit der Harfe.

    Viele liebe Grüße
    von Frieder

    • Schönbuche

      Dankeschön, lieber Frieder. 🙂
      Ja, ich finde das auch klasse. Die Harfe klingt jeden Tag schön, sie fühlt sich langsam wohl bei mir und spielt sich wieder ein.
      Ich werde mich aber jetzt trotzdem anziehen und eine Runde drehen trotz Kälte. Die Sonne scheint so herrlich. Mir fehlt eben doch noch ein Bolek, der mich hinaus lockt! 😀
      Ganz liebe Grüße an euch alle!!
      Katrin

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