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„Auch der Mai tut weh…“… stellt Erich Kästner in seinem Gedicht „Der Mai“ fest (aus Die 13 Monate). Damit meint er wohl seine Wehmut, wenn er beobachtet, dass die lang ersehnte herrliche Blütenpracht des Wonnemonats dann doch immer wieder allzuschnell vorbei ist. Die Wonne währt oft nur wenige Wochen. Im Moment jedoch ist sie groß – wo man auch hinschaut – Bäume, Sträucher und Wiesen schmücken sich geradezu verschwenderisch in den prachtvollsten Farben und Formen und werden jeden Tag bunter. Allerorts dringen süße Düfte in die Nase, sogar auf dem Werksgelände.

„Freude und MelanchoIie sind wohl Schwestern…“ schreibt Kästner aber auch. Im Moment gibt es für Melancholie vorerst nur einen Grund: Der Blick aus dem Fenster vermittelt weniger Mai-, stattdessen eher Novemberstimmung. Die Fliederblüten vor meinem Balkon hängen nass herab, und ihr Duft bleibt mir verborgen, weil die Balkontür verschlossen. Es ist kaaaaalt!!

Eine gute Gelegenheit, ein paar Fotos zu genießen und zu verbreiten, die Thomas Anfang Mai auf unserem Spaziergang im Lehr- und Versuchsgarten Tachenhausen geschossen hat.

Apfelblüte

Der Garten am Tachenhäuser Hof Oberboihingen ist eine Anlage der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen und in jedem Fall immer einen Besuch wert. Anfang Mai blüten die Apfelbäume, der Ranunkelstrauch und Kirschlorbeer in voller Pracht.

Ranunkelstrauch

Kirschlorbeer in Blüte

Die Pfingstrosen zeigten erste zarte Blüten. Unglaublich, wie viele Sorten es davon gibt!

Pfingstrosen

Wenn das erst alles aufgeblüht ist!   🙂

Apfelblüte

 

Apfelblüten

Ich war in der Zeit, in der ich in Oberboihingen gelebt habe, mehrmals da. Der Garten ist zu jeder Jahreszeit wunderschön. Auf weichen Rasenwegen läuft man zwischen liebevoll gepflegten Beeten mit Bäumen, Stauden, Blumen, Gräsern, Kräutern…. in unglaublicher Vielfalt entlang, kann sich informieren, Ideen für den eigenen Garten oder Balkon holen und einfach genießen.

Auf weichen Wegen

Hoffentlich bei etwas wärmerem und sonnigerem Wetter als heute!!

Blüte

Tut der Mai nun weh? Erich Kästner macht mir Mut: Der Mai kommt ja wieder.    😀

Der Mai

Im Galarock des heiteren Verschwenders,
ein Blumenzepter in der schmalen Hand,
fährt nun der Mai, der Mozart des Kalenders,
aus seiner Kutsche grüßend, über Land.

Es überblüht sich, er braucht nur zu winken.
Er winkt! Und rollt durch einen Farbenhain.
Blaumeisen flattern ihm voraus und Finken.
Und Pfauenaugen flügeln hinterdrein.

Die Apfelbäume hinterm Zaun erröten.
Die Birken machen einen grünen Knicks.
Die Drosseln spielen, auf ganz kleinen Flöten,
das Scherzo aus der Symphonie des Glücks.

Die Kutsche rollt durch atmende Pastelle.
Wir ziehn den Hut. Die Kutsche rollt vorbei.
Die Zeit versinkt in einer Fliederwelle.
O, gäb es doch ein Jahr aus lauter Mai!

Melancholie und Freude sind wohl Schwestern.
Und aus den Zweigen fällt verblühter Schnee.
Mit jedem Pulsschlag wird aus Heute Gestern.
Auch Glück kann weh tun. Auch der Mai tut weh.

Er nickt uns zu und ruft: „Ich komm ja wieder!“
Aus Himmelblau wird langsam Abendgold.
Er grüßt die Hügel, und er winkt dem Flieder.
Er lächelt. Lächelt. Und die Kutsche rollt.

Blütenpracht

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7 Kommentare

  1. Hallo liebe Katrin,
    das sind sehr schöne Bilder.
    Und das Gedicht von Kästner hast du gut gewählt zu diesen Bildern.
    Ich finde dein Beitrag schn und besinnlich.
    Danke.

    Viele liebe Grüße
    von Frieder und Marlies

  2. Hach was sind das Farben Katrin,
    so schön ist der wonnemonat 🙂

    Liebe Grüße
    Elke

  3. Dieser Garten ist wirklich klasse, ich war da auch schon mehrmals und es war jedes Mal schön. Dort herrscht eine ganz besondere Stimmung und man kann gut auftanken. Besonders nett finde ich die Gedichte, die an manchen Stellen angebracht sind.
    Ich wünsch Dir schöne Pfingsten!
    Lieber Gruß
    Heike

  4. Schönbuche

    Vielen lieben Dank für eure Grüße. 🙂
    Ich wünsche uns allen schöne Pfingsttage mit vielleicht der einen oder anderen Wanderung?
    Liebe Grüße zurück
    von Katrin

  5. Hallo Katrin,
    was für wunderschöne Farben und sie tun so gut – genau das was wir nach solch einem Winter brauchen. Ich hoffe, daß der Temperaturschock am kommenden Wochenende sich doch noch verzieht – stell Dir vor, daß man nach solchen Bilder wieder Schneebilder schiessen muss 😉 – unvorstellbar.
    Liebe Grüsse Angelika

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