Von

Ein nasser und kühler Sonntag wie heute ist bestens dafür geeignet, um in Wanderurlaubserinnerungen zu versinken. Die erste Woche meines Urlaubs in der Eifel verbrachte ich ja im Naturpark Hohes Venn – Eifel und erkundete gemeinsam mit Uschi die ersten 3 Etappen des Eifelsteigs bzw. Rundtouren, die am Eifelsteig entlang führen. Eine dieser  Rundtouren war die

Struffelt-Route.

Die Struffelt-Route ist ca. 9,5 km lang, gerade richtig für dieses immer noch sehr warme Spätsommerwetter – es waren noch einmal 28°C angesagt. Die Tour tangiert auf 1,6 km die 1. Etappe des Eifelsteigs, die wir ja am ersten Tag komplett gelaufen waren (hier mein Bericht), sie ist eigentlich völlig unspektakulär, nicht anstrengend, trotzdem abwechslungsreich und schlicht schön.

Gestartet haben wir sie am Filterwerk der Dreilägerbachtalsperre. Das Bächlein wird überquert…

… und dann führt die Route zunächst Richtung Roetgen und an dessen idyllischen Rand vorbei.

Nun waren wir Gottseidank im schattigen Wald. Noch einmal überquerten wir ein Bächlein und stießen auf die Zäune eines Wildgeheges.

Hier geht es ein wenig bergan, aber immer schön im Schatten.

Wieder ein kleines Bächlein, und bei solchen Temperaturen muss man sich doch immer mal niederlassen.

Kurz danach fanden wir aber noch angenehmere Sitzgelegenheiten in einem Kindergartenwald, einem interessanten und spannenden Lern- und Spielgelände für Kinder. Wir wollten heute nichts lernen, nur die Füße ausstrecken, etwas essen und vor allem trinken! Es machte aber Spaß, die Familien mit Kindern und Hunden zu beobachten.

Nun geht es weiter am Waldrand entlang. Links erstreckt sich das Naturdenkmal Rakkesch …

… weite Wiesen, die unter Schutz stehen und nicht betreten werden dürfen…

… und urige Waldwege, an denen uralte Buchen und knorrige Eichen zu bewundern sind.

Schließlich treffen wir auf den Schleebachhanggraben, einem schönen Abschnitt immer am Kanal, dem Schleebach entlang.

Dieser Kanal soll im Wald abfließendes Wasser zum Dreilägerbach und der gleichnamigen Talsperre zuführen.

Wir bummelten so vor uns hin. Uschi machte immer mal wieder einen – eher erfolglosen – Versuch, einen ersten Waldpilz zu entdecken, und ich entdeckte einen riesigen Ameisenhaufen.

Über Ameisen, ihre Bauten und ihr organisiertes Zusammenleben habe ich schon einiges gelesen, und ich finde diese Wesen total faszinierend. Ich war so versunken, dass ich gar nicht bemerkte, dass Uschi längst auf mich wartete. Das sind die Momente, die oft eine relativ kurze Tour zu einer Ganztagesunternehmung machen, wenn ich allein unterwegs bin und niemand mich daran erinnert, dass ich noch ein Stück Weg vor mir habe.   😀

Aber heute hatte ich ja Uschi. Leider hatten wir dann eine weniger angenehme Begegnung. Auf diesem relativ schmalen Pfad kam uns eine mehrköpfige Familie entgegen – angeführt von einem ausgewachsenen Golden Retriever, der von einem ca. 12-jährigen Jungen an der Leine geführt wurde. Schon mehrfach habe ich in den letzten Tagen festgestellt, dass Uschi auf Hunde eine faszinierende Anziehung ausüben muss (und umgekehrt). Jedenfalls riss der Hund sich los und sprang Uschi frontal an, diese verlor das Gleichgewicht, und wenn ich und die Mutter sie nicht blitzartig an den Armen ergriffen hätten, wäre sie rückwärts den Hang in den Graben hinunter gestürzt. Das hätte böse ausgehen können!

Wir waren alle erschrocken, doch völlig unverständlich fand ich die Reaktion der Mutter. Anstatt Uschi um Verzeihung zu bitten, redete sie, als sei dies völlig normal, von einem so großen Hund umgeworfen zu werden, etwas von „Er wollte Sie begrüßen!“ oder so…  Na fein! Das sahen wir aber anders, der Hund war einfach nicht erzogen! Dass auch meine Hose voller klebriger Hundesabber war, wäre für einen Hundebesitzer dieser Einstellung sicher dann noch weniger erwähnenswert gewesen…

Nun gut, wir schimpften noch eine Weile, um uns von dem Schreck zu erholen, und ich war froh, meine Uschi noch wohlbehalten bei mir zu haben.

Schließlich kamen wir an die Stelle, wo der Schleebach auf den Dreilägerbach trifft. Hier führt eine Brücke über den Dreilägerbach.

Doch wir brauchten wieder eine Pause und suchten uns einen Stein im schattigen Bächlein…

… wo wir die Schuhe auszogen und die Füße ins kühle Wasser hielten. Das tat gut!

Oberhalb des Dreilägerbaches geht es weiter…

… bis zu einem Vorbecken der Dreilägerbachtalsperre. Hier führt eine Furt durch den Dreilägerbach hindurch…

… und wir konnten ihn ohne nasse Strümpfe passieren.

Im Vorbecken sah es traurig aus, wie auch schon gestern an der Urftalsperre. Das Wasser stand sehr niedrig, die Seerosen lagen schlapp am Boden und wurden über einen Rasensprenger feucht gehalten.

Bei entsprechender Füllmenge ist das sicher ein ganz idyllischer See.

Schließlich konnten wir durch die Bäume hindurch auch kurz einen Blick auf die Dreilägerbachtalsperre selbst werfen.

Doch der Weg führte uns nach rechts wieder von ihr weg, Richtung Naturschutzgebiet Struffelt, das wir auf der 1. Etappe des Eifelsteigs ja schon durchquert hatten. Hier wechselte das Landschaftsbild nun völlig – Birken, Farne, Gräser und das eine und andere Wasserloch.

Wir liefen auf dem breiten Teerweg entlang und trafen schließlich wieder auf den Eifelsteig.

Nun sind wir wieder im Kerngebiet, dem Struffelt-Venn…

… wo es ein Stück über Holzstege geht.

An dieser Stelle hatte Willi am Montag mit bewundernswerter Geduld versucht, einen Schmetterling zu fotografieren, aber leider ist es ihm nicht gelungen. Heute habe ich es noch einmal versucht, extra für Willi – wieder am selben Baum.

Naja, wirklich Glück hatte ich auch nicht… Aber wir fragten uns schon, was diese Birke an sich hat, dass sich die hübschen Flatterlinge gerade an ihr immer wieder versammeln.

Nach einem kurzen steilen Abstieg kamen wir wieder am Parkplatz am Filterwerk an. Wie immer hatten wir nun Appetit auf eine Tasse Kaffee. Und wie immer hatte Uschi eine nette Idee – das Antikcafé Geilenkrichen. Hier schlemmten wir noch einmal so richtig…

Zum Abendessen fuhren wir nach Breinig, einem Ort, in dem eine ganze Straße unter Denkmalschutz steht.

Hier gab es in der Tat wunderschöne alte Häuser zu sehen. In dieser Straße entdeckten wir das Restaurant „Zur Treppe“, wo wir in der Abendsonne ein leckeres Abendmahl serviert bekamen.

Während des Essens stellten wir eine Hitliste unserer gemeinsamen Wanderwoche auf. Dabei kamen wir zu dem Schluss, dass dies heute die wirklich schönste Tour der Woche gewesen war. Vielleicht wurden wir aber auch gerade nur ein wenig sentimental, denn dies war unsere letzte gemeinsame Wanderung gewesen – morgen würde ich weiterfahren in die Vulkaneifel. Doch ganz bestimmt bleiben Uschi und ich in Kontakt und werden uns in einem der vielen schönen Wandergebiete einmal wieder treffen.

Länge: 9,5 km

Quelle: Wandertouren Eifelsteig, Ulrike Poller und Wolfgang Todt, Verlag ideemedia GmbH

Beschreibung und GPS-Track: Eifelsteig – Partnerwege

Hier geht’s zum Fotoalbum.

Diesen Artikel drucken Artikel per Email versenden

3 Kommentare

  1. Hallo liebe Schönbuche,

    Ich kann nur sagen, einfach traumhaft schön.
    Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen.

    Der Hundebesitzerin, deren Golden Retriever Uschi angesprungen hat, gehört mal die Meinung gesagt, die Meinung in Form eines Ordnungsgeldes. Es ist ungehörig, wie manche durchs Leben gehen.

    Liebe Grüße
    Frieder

  2. Uuuii liebe Katrin,
    das mit dem Hundesprung hätte ja mal übel ausgehen können.
    Dein Bericht vermittelt noch einmal Sommerstimmung, die scheint schon so lange her…Füße im Bach kühlen etc….. hach hach

  3. Schönbuche

    Ja stimmt, das war auch die letzte wirklich sommerliche Woche. Hatten wir gut erwischt.
    Der Herbst ist aber auch gerade wunderbar. 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

↓