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Heute, an meinem Abreisetag  war zeitlich nur eine Halbtagestour drin. Das lang angekündigte Regenwetter schien nun endlich auch im Südschwarzwald angekommen zu sein, wie mir ein Blick vom Frühstücksbuffet aus nach draußen bestätigte. Es regnete und regnete. Aber wiederum nicht so stark, dass mich die Lust auf eine kleine Wanderung ganz verlassen hätte. Frau Schmidt, meine Gastwirtin im Gasthof Zur Burg, beriet mich fürsorglich bei meinen Wander-Überlegungen, und die Lotenbachklamm schien für solch ein Wetter gut geeignet. In so einer Klamm ist man bei Regen einigermaßen geschützt, und sie ist gerade mal 1,5 km lang, man sollte also recht schnell durch sein. Ich könnte bis zur Schattenmühle laufen, dort einkehren und dann je nach Wetterlage entscheiden, ob ich über die Klamm oder von der Schattenmühle aus einen Rundweg zurück laufe.

Gut gedacht! An der Schattenmühle angekommen, fand ich am Wanderparkplatz eine klasse Übersichtstafel zu den Bonndorfer Rundwegen und entschied mich für den Rundweg Nr. 5. Somit war dies meine Route:

Lotenbachklamm – Schattenmühle – Wutachschlucht – ehem. Bad Boll – Boll – Tiefental

Ich nahm noch ein letztes Mal das Wander-Lunchpaket von Frau Schmidt entgegen, verabschiedete mich von der netten Gastwirtin und fuhr zum Wanderparkplatz am Einstieg in die Lotenbachklamm, der sich direkt an der B315 zwischen Bonndorf und Gündelwangen befindet. Hier muss man nur schräg über die Straße gehen, und dann sieht man auch schon das Schild, das den Einstieg in die Klamm anzeigt.

Prompt zeigte sich auch die Sonne. Nun ging es 1,5 km immer bergab. Und wie auch schon in der Wutachschlucht, in allerschönster wilder Natur.

Wieder bleib ich an jeder Biegung stehen, schaute, staunte und genoss die Anblicke von Steinen, Felsen, umgestürzten Bäumen, großen Moosflächen, kleinen und größeren Wasserfällen – es rauschte, plätscherte, stürzte und spritzte…

Ich musste mich wieder gut auf den Weg konzentrieren, mich teilweise an Sträuchern oder Wurzeln festhalten und war einmal mehr froh über das gute Profil meiner neuen LOWA-Wanderschuhe.

Irgendwann wies ein Schild nach rechts Richtung Schattenmühle, aber ich hielt mich weiter links am Bach, und so ging es immer weiter bergab über schmale Wege, Treppen, Brücken…

Heute, zum Montag, war nicht viel los. Immer mal kamen mir andere Wanderer entgegen, aber eher in großen Abständen, und ich hatte das Gefühl, für mich, aber nicht allein zu sein – was ich als sehr angenehm empfand. Immer mal hatte ich das Gefühl, es regnet, aber ich war durch das dichte Blätterdach anscheinend so gut geschützt, dass keine Tropfen bei mir ankamen.

So kam ich dann auch recht schnell bei der Schattenmühle an. Ich hatte nun natürlich noch keine Lust und auch keinen Bedarf, schon wieder etwas zu essen. Das Wetter hielt sich auch, ich wollte weiter. Also studierte ich nochmals meine Wanderkarte und die Wandertafel am Parkplatz und entschied mich, wie oben beschrieben, für den Wanderweg Nr. 5 der Gemeinde Bonndorf. Dieser führte direkt an der Schattenmühle in die Wutachschlucht, die ich bis kurz vor das ehemalige Bad Boll lief (Die Strecke war ich ja vorgestern schon einmal gelaufen, s. hier.)

Kurz vor dem ehemaligen Badhof zeigt ein Wegweiser nach rechts hoch Richtung Boll. Und wirbt für ein Vesperstüble.

Na wenn das kein Anreiz ist – das klang gut!

Es ging nun also wieder stramm und kurvig nach oben. Nun bekam ich auch Regen ab. Es war an der Zeit, meine neue Regenjacke zu testen, die nach Aussage der Verkäuferin einen Dauerregen mehrere Stunden lang gut aushalten sollte. Ich war jedoch nach kurzer Zeit auch unter der Jacke nass – allerdings nicht vom Regen.  Dafür war auch dieser Weg und Wald wieder wunderschön – wilder naturbelassender Wald, Felsen, Abhänge…

Ich lief gemütlich immer bergan und kam irgendwann in Boll an. Nun nur noch kurz die Straße hoch – es regnete inzwischen immer heftiger – und ich stand vor dem „ersehnten“ Vesperstüble – welches natürlich zum Montag geschlossen war. Schade…

Aber ich hatte ja das Lunchpaket und auch noch etwas Wasser dabei. Und ich hatte außerdem vorhin an der Schattenmühle etwas von „Kaiserschmarrn“ gelesen, lecker – darauf hätte ich auch Appetit. Aber nun meldete sich doch der Hunger.  Auf der Terrasse vorm Vesperstüble standen die heute unbenutzten Tische und Stühle, und die waren sogar überdacht, also machte ich es mir hier gemütlich, kaute meine Käsebrote und schaute, wie der Regen auf der Straße Blasen schlug. Das war total entspannend, und ich hatte sogar süße verschmuste Gesellschaft:

Kaum war mein Vesperpaket leer und ich satt, hörte der Regen auf. Wer hatte das so passend für mich organisiert?

Der Rundweg ist hervorragend ausgeschildert, und so fand ich auch von Boll aus sofort den Weg Richtung Tiefental – am Mühlenmuseum nach rechts.

Dieser Weg – ausgeschildert als „Panoramaweg“, ist nun ganz anderer Art – breit und bequem. Dörfliche Idylle…

.. weite Wiesen mit Kühen und Schafen,

herrliche Aus- und Fernsichten.

Ich passierte Tiefental, das aus nur 4 Häusern besteht – die meisten boten ihren Honig aus eigener Herstellung zum Verkauf an. Es bleib nun trocken, und die Sonne zeigte sich wieder. Kurz darauf wies auch schon ein Schild Richtung Lotenbachklamm, und ich war wieder an meinem Auto.

Es war früher Nachmittag, und meine Lust auf Kaiserschmarrn war ungebrochen. Also fuhr ich noch zur Schattenmühle,

… an der ich ja heute Vormittag vorbei gekommen war, und bestellte bei schönstem Wetter auf der Terrasse an der Wutach Kaiserschmarrn mit einer Tasse Kaffee. Nicht wirklich Schwarzwald – typisch, aber dafür von einer freundlichen jungen Kellnerin in Schwarzwälder Tracht – trotz des warmen Wetters komplett mit Bollenhut und langem schwarzen Rock!! – serviert.

Ein schöner Abschluss meines Wochenendes im südlichen Schwarzwald.

Auf Wiedersehen!

Länge: 8 km

Meine Karte: Freizeitkarte F509 Waldshut-Tiengen, Schluchsee / Naturpark Südschwarzwald

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2 Kommentare

  1. Hallo Katrin,
    schön, daß der Regen hier extra für Dich aufgehört hatte und Du den Tag so schön ausklingen lassen konntest. Ich war auch schon in der Klamm und war begeistert – Erik natürlich noch vieles mehr -der liebt es an Wasser und Waldwegchen rum zu düsen – ein tolles Gebiet dort unten. Auch den Gasthof kenne ich – wir waren da zwar nur mal kurz was trinken – aber ich hatte mir dann einen Prospekt mitgenommen, weil mir das Haus so gefallen hatte – mal sehen vielleicht verschlägts mich ja doch nochmal dorthin mit Übernachtung 🙂

    Liebe Grüsse Angelika + Erik

  2. Schönbuche

    Das lohnt sich auf jeden Fall, liebe Angelika. Ich habe die Touren in schönster Erinnerung – und den Kaiserschmarrn ganz besonders. 😀

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