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Es versprach wieder ein wunderbares Goldener-Herbst-Wochenende zu werden, extra für uns Wanderer! Frieder und ich hatten uns schon nach unserer letzten gemeinsamen Wanderung im Tal der Kleinen Lauter (Was sind Spießkartoffeln?) vorgenommen, uns im Oktober nochmals zu treffen. Da er nicht zu mir kommen konnte, verabredeten wir uns bei ihm, um nachzuholen, was wir beim letzten Mal nicht mehr geschafft hatten: Die Besichtigung des Blautopfes.

Der Blautopf befindet sich im idyllischen Alb-Ort Blaubeuren und ist die (Karst-)Quelle der Blau, einem Flüsslein, welches 15 km weiter in die Donau mündet. Darüber hinaus soll der Balutopf bei entsprechenden Lichtverhältnissen in den wunderschönsten Blau- und Grüntönen schimmern. Er ist eine der bekanntesten Attraktionen der Schwäbischen Alb. Mit anderen Worten, man kann nicht einfach so in Baden-Württemberg leben, schon gar nicht in erreichbarer Nähe der Schwäbischen Alb, ohne wenigstens einmal den Blautopf gesehen zu haben. Frieder, der in Ulm, also in Blautopf-Nähe lebt, war schon ein paarmal da. Ich noch nie. Also war der Blautopf heute unser Ziel bzw. Ausgangspunkt unserer gemeinsamen Wanderung, und ich wollte nun einmal schauen, ob der Blautopf tatsächlich blau ist.

Frieder konnte erst ab 13 Uhr loswandern. Es würde also eher eine Kurzwanderung werden. Vorlage war die Tour 12 aus dem Bruckmann-Wanderführer „Schwäbische Alb“, jedoch nur ein Teil, und zwar die Runde um Blaubeuren.

Blaubeuren -Rusenschloss – Blautal – Blaubeuren

Gegen 12 Uhr setzte ich mich bei strahlendem Sonnenschein und milder Oktoberwärme ins Auto und fuhr auf der A8 Richtung Ulm. Meine Stimmung sank zunehmend. Ca. 20 km vor Ulm war von Sonne nichts mehr zu sehen, stattdessen dichter Nebel! Mit meiner Stimmung sank die Anzeige der Außentemperatur – hier hatte der Oktober gerade mal noch 11°C zu bieten. Wie doof ist das denn? Da fahre ich am einzigen Sonntag der Woche von der Sonne weg in diese graue Brühe! So hatte ich mir unsere Wanderung nicht vorgestellt.

Doch Frieder beruhigte mich: Das wird noch. Lieber Frieder, ich hoffe, du hast Recht!

Ich lud ihn samt Wanderrucksack und –stöcke in meinen Toyota, und wir fuhren gemeinsam weiter nach Blaubeuren. Und was soll ich sagen –16 km weiter empfing uns Blaubeuren doch tatsächlich in wärmende Sonne getaucht! Frieder schmunzelte gelassen: Was habe ich gesagt! und der Sonntag war gerettet.

Wir parkten das Auto am Kloster und liefen über die schöne Klosteranlage, die übrigens, finde ich, einen extra Besuch wert ist, wie auch das ganze Städtchen, Richtung Blautopf. Hier war ganz schön was los! Da hatten wohl viele Leute die Idee, diesen herrlichen Oktobersonntag für einen Ausflug zu nutzen. Die Tische des Café am Blautopf waren gut belegt.

Dieses Café fand sein Domizil an bzw. in der Hammerschmiede

… einer ehemaligen Hufeisenschmiede mit Schleiferei, angetrieben über ein Wasserrad durch die reichlich sprudelnde Blau.

Ein wirklich schöner Platz hier… wenn man sich mal die Menschenmassen wegdenken kann. Die Farbe Blau konnte ich im Blautopf jedoch leider nicht erkennen, nein beim besten Willen nicht.

Das Herbstlaub der Bäume spiegelte sich in vielen bunten Farbtönen im Wasser, und im Moment sollte der Blautopf besser Herbstfarbtopf heißen.   🙂

Wir starteten also so schnell wie möglich unsere Tour auf die nördlichen Anhöhen über Blaubeuren. Für 1,5 km ging es stramm nach oben. Wir waren gut in Form, schwitzten aber ganz schön, als wir oben ankamen und brauchten erst mal eine kurze Pause zum Verschnaufen und Trinken. Frieder nutzte die Gelegenheit, um seine Marlies, die leider nicht mit uns kommen konnte, mit einem kurzen telefonischen Zwischenbericht an unserer Wanderung teilhaben zu lassen.

Ich genoss so lange die Blicke über die Landschaft…

Vor mir ein kleines Feld Sonnenblumen, die schon etwas müde aussahen, im dunstigen Hintergrund Waldabschnitte, die in leuchtend-warmen Herbsttönen strahlten.

Der Rest der Tour war dann nur noch entspannend. Wir liefen im gemächlichen Tempo, machten viele Pausen zum Schwatzen und Fotografieren und um unsere GPS-Geräte zu besichtigen bzw. zu vergleichen – Frieder hatte heute sein neues Garmin Dakota 20 in Einsatz!

Wir streiften am Rande die Gemeinde Sonderbuch…

So kamen wir an diesem Aussichtsfelsen an, wo man eine herrliche Sicht auf Blaubeuren genießen kann.

Wie auch beim letzten Mal führte Frieder mehr oder weniger, da er die Tour bereits kannte.

Laut Beschreibung und laut Frieder sollte das nächste Ziel nun die Ruine Rusenschloss sein. Doch wieder meldete sich der Routenalarm meines Smartphones – unüberhörbar und hartnäckig. Was bedeutete, wir waren nicht mehr auf der von Bruckmann vorgegebenen Route, sondern weit daneben. Das kam mir doch bekannt vor – auch bei unserer letzten Tour hatte Frieder uns geführt, weil er die Tour bereits gelaufen war, und es hatte sich heraus gestellt, dass er die Tour zuvor immer abgekürzt hatte.  😀

Ein Blick auf die Karte und einer ins Bruckmann-Buch… Auf dieser Tour  stellte sich heraus, dass der GPS-Track von Bruckmann nicht stimmen kann. Er würde uns nicht, wie in der dazu gehörenden Tourenbeschreibung angegeben, zum Rusenschloss führen. Ich stellte also den Routenalarm ab, und wir liefen nicht mehr nach der GPS-Route, sondern weit neben ihr nach der Beschreibung und Ausschilderung. Dies war bis jetzt eine rote Gabel.

Nach einigem Rätselraten, kurzem Zurück und Wechsel des Weges kamen wir also an der Schlossruine an. Diese ruht in luftiger Höhe über Blaubeuren auf einem Felsen, dem Knoblauchfels. Auch hier war es leider sehr sehr voll. Verständlich, dass es viele Menschen zu diesem großartigen Aussichtspunkt zog, noch dazu bei dem genialen Wetter.

Ein nochmals wunderschöner Blick auf Blaubeuren und das Blautal. Hier unten soll vor langer Zeit die Donau geflossen sein, wie mir Frieder erklärte.

Uns zog es jedoch bald weiter…

… und wir nahmen uns vor, die nächste gemeinsame Wanderung auf einen Samstag zu legen. Letzten Samstag war es ja auch am Randecker Maar sehr angenehm gewesen, im Gegensatz zu meinen bisherigen Erfahrungen dort an Sonntagen.

Kurz hinter der Schlossruine fanden wir durch einen kleinen Abstecher vom Weg diese Grotte, eine archäologische Fundstätte, eine Unterkunft für eiszeitliche Jäger.

Frieder fand weder Jäger, noch Bärenknochen, aber kuschelig war es hier schon…

Ich würde zum Übernachten dennoch lieber mein Schlafgemach bevorzugen, denke ich… Also liefen wir weiter nach unten, und nun kamen auch meine Wanderstöcke zum Einsatz, die bis jetzt unbenutzt am Rucksacke geklemmt hatten. Es ging teils steil und felsig hinunter ins Tal der Blau Auch hier boten sich wieder wunderschöne herbstliche Sichten auf die Berge rund um Blaubeuren…

… auf die Blau selbst, die wir überquerten…

… und dort oben waren wir gerade noch und haben nach unten geschaut auf Blaubeuren und die Blau:

Super schön, wie die weißen Felsen und Felsnadeln aus dem bunten Blättermeer heraus leuchteten. Ich konnte mich nicht satt sehen, und bedanke mich gleich noch einmal bei Frieder, dass er mich, wo immer ich wollte, fotografieren lassen und geduldig abgewartet hat.   😀

Das ist noch einmal das Rusenschloss von unten:

Auf einem gemütlichen Weg liefen wir nach Blaubeuren zurück, an alten Mühlen vorbei, Richtung Blautopf. Im Café am Blautopf war es jetzt viel ruhiger und gemütlicher als am Nachmittag. Wir tranken einen Kaffee und fachsimpelten über die richtigen Einstellungen an unseren Garmins – und überhaupt – viele andere wichtige Themen des Lebens. Mit Frieder kann ich wirklich über alles reden, das ist schön.   🙂

Wohlbehalten lieferte ich Frieder wieder bei seiner Frau Marlies und Mäxchen, dem süßen alten Hundeherrn des Hauses ab. War wieder ein schöner Nachmittag, vielen Dank, lieber Frieder. Das nächste Mal klappt es vielleicht mit einem Besuch bei mir, und bestimmt kann dann auch Marlies wieder dabei sein.

Länge: 7 km

Quelle: Bruckmanns Wanderführer Schwäbische Alb, Tour 12

GPS-Track:

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11 Kommentare

  1. Hallo liebe Schönbuche,

    vielen Dank für diesen Beitrag. Ich war ja bei dieser Tour dabei gewesen. Und ich habe diesen schönen Nachmittag richtig geniessen können.
    Wären wir auf Bruckmanns Track gelaufen, hätte uns am Nachmittag die Bergwacht gesucht. 🙂
    Soweit kam es aber nicht. Wir fanden das Rusenschloß und auch die Grotte und wir fanden wieder zum Blautopf zurück.
    Der zweite Teil von Bruckmanns Tour ist mindestens genauso spannend wie der erste.
    Vielen Dank für die schöne Wanderung um den Blautopf herum.

    Liebe Grüße
    Frieder

  2. Hach neee wie schön die Landschaft ist 🙂
    Und Frieder hat nun auch ein Dakota 20 ???
    Ich bin sehr zufrieden damit.

    Schön, dass ihr beiden eure Tour so geniessen konntet und Gott lob, es braucht keine Bergwacht 🙂

    Liebe Grüße aus dem Rheinland
    Elke

  3. Ein wunderschöner Bericht und tolle Bilder! Siehste, es muss ja nicht immer Hochgebirge sein, gelle?

    Liebe Grüße aus Hessen, Jörg

  4. Schönbuche

    Vielen Dank für das Lob an euch, freu mich!

    Stimmt, Jörg, zumal man an einigen Stellen auf der Alb hier schon ein klein wenig alpine Gefühle bekommen kann. 😀

    Ja Elke, Frieder ist jetzt auch mit Garmin unterwegs, und ich werde mein geliehenes wohl bald abgeben müssen. Der Routenalarm der Smartphone-App, den das Garmin leider nicht hat, war aber schon einige Male Gold wert, muss ich sagen… Da sollte Garmin noch etwas verbessern. Jedenfalls ist es immer spannend mit Frieder. 😀

    Frieder, ich freu mich schon auf den Rest der Tour – nun muss ich doch die Küssenden Säue auch noch sehen… oder eine Tour hier bei mir im Schönbuch.

  5. Auf die „Küssende Sau“ freue ich mich auch.
    Wenn’s soweit ist, bestellen wir wieder Sonnenschein … und los geht’s.

    Die Tour im Schönbuch lassen wir aber nicht aus Augen.

    Ich gehe ja gern allein. Aber mit Schönbuche wandern macht richtig Spaß. Das musste auch mal gesagt werden.

    Ja, Elke, Frieder hat jetzt auch ein Garmin.
    Ich muss eben noch viel wandern, damit ich das Garmin richtig kennen lerne. 🙂

    Liebe Grüße
    Frieder

  6. Schönbuche

    So machen wir es, Frieder. Das nächste Treffen kommt bestimmt, ich freu mich drauf! 🙂

  7. Hallo Kattin ,

    wow sind das Herbstfarben- wunderschöne Bilder !
    Die Wanderung hatte ich am 01.06.11. gemacht und wir hatten solch ein Glück zu sehen- der Blautopf ist wirklich blau – und wie :-))
    Aber die Herbstfarben sind hier auch gigantisch – da habt Ihr einen besonders schönen Tag erwischt !
    Liebe Grüsse Angelika

  8. Hallo Angelika,

    den Blautopf hatte ich zum ersten Mal vor etwas zwanzig Jahren gesehen.
    Seitdem geh ich immer wieder gen nach Blaubeuren und Umgebung.
    Einfach herrlich dieses Fleckchen Erde.
    Wenn man mit Katrin wandert ist aber jedes Fleckchen Erde schön. 🙂
    Liebe Grüße
    Frieder

  9. Schönbuche

    Ach lieber Frieder, das hast du ja wieder schön gesagt, dankeschön. Ich habe die Wanderungen mit dir auch in schöner Erinnerung. Und wir haben einen Teil der Tour ja noch offen. 🙂
    Ganz liebe Grüße an euch
    von Katrin

  10. Super toller Bericht !
    Werde ich gleich morgen ausprobieren !
    Danke dir Schönbuche .

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