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Das Aichtal hatte nach wie vor keinen wirklichen Winter zu bieten, und so waren das Ostallgäu und Thomas‘ Ferienwohnung in Nesselwang ein weiteres Mal unser Wochenend-Ziel. Hier hatte es in der Woche erneut geschneit, und der Winter präsentierte sich in wunderschönster Pracht, wie der Sonntagmorgen-Blick aus dem Fenster in den Biergarten der benachbarten Pizzeria beweist:

Biergarten

Heute sollte es eine schöne Winter-Rundwanderung werden, und Thomas schlug vor, einmal

Rund um den Grüntensee

zu laufen. Der Grüntensee, ein Stausee der Wertach, liegt nur ca. 3 km von Nesselwang entfernt. Noch ehe Thomas‘ geliebte und stets bemühte Stand- und Sitzheizung am Hinterteil überhaupt spürbar war, hatten wir den Parkplatz an der Grüntenseestraße erreicht, und uns wärmte die Sonne. Offensichtlich hatte sie auf seine Fernbedienung schneller reagiert. 😀

Auf dem Parkplatz herrschte reger Betrieb – große und kleine Skifahrer rüsteten sich für den Skilift und die folgende Abfahrt. Wir zogen in die entgegengesetzte Richtung los – zum See.

Ich war einmal wieder viel zu warm angezogen, das spürte ich schon jetzt. Egal – um uns herum glitzerte und funkelte eine Winterzauberwelt – rein weißer Schnee, wir mussten die Augen zusammen kneifen, weil es blendete, und jeder Schritt knirschte unter unseren Schuhen. So muss Winter sein!

Weg zum See

Wegweiser

Nach wenigen Minuten hatten wir den See erreicht und somit den Seerundweg – gelb-weiß markiert – falls man sich auf einem Seerundweg verlaufen kann…

 

 

 

 

 

Durch die Bäume hindurch konnte man ein Stück See erkennen – momentan eine glatte weiße Fläche. Ein weiteres Herankommen war jedoch gerade nicht möglich, es sei dann, man möchte im Tiefschnee landen.

 

 

Wir zogen also den festgewalzten Rundweg vor und stapften los Richtung Wertach. Unser Plan war, den See im Uhrzeigersinn zu umwandern, weil wir so auf dem letzten Drittel der Strecke auf eine Hütte stoßen mussten, wo wir Kaffee trinken wollten.

So liefen wir eine Weile vor uns hin auf angenehm ebenen sonnigen Wegen…

Sonniger Weg

… und hatten immer wieder schöne Blicke auf den See.

Blick über den See

Wir waren noch gar nicht lange unterwegs, da meldete sich bei mir ein wohl bekanntes Bedürfnis. Und zwar sehr sehr deutlich. In der warmen Jahreszeit kein Problem, aber jetzt und hier?? Einmal wieder beneidete ich das andere Geschlecht. Wie einfach haben es doch da die Männer! – Und ich beneidete alle Hunde (beiderlei Geschlechts), deren … ähämmm… Spuren im weißen Schnee nicht zu übersehen waren. Wir Menschen-Mädels – das muss ich an dieser Stelle einmal sagen, sind gerade im Winter schlecht dran beim Wandern. Es ist kalt, es gibt kaum Sichtschutz aufgrund des fehlenden Laubs, na und gerade hier würde ich bei jedem Schritt abseits des Weges sofort bis zu den Knien im Schnee versinken. Ich ahnte bereits die Qual der nächsten Stunden und war ernsthaft in Not! Bis Thomas, ein leidenschaftlicher und erfahrener Camper, auf den Campingplatz am See verwies. Wo gecampt wird, gibt es doch sicher auch Sanitäranlagen. Und ja!! Der Campingplatz war sogar ein wenig bewohnt, die Anlagen somit geöffnet, und ich konnte erleichtert und dankbar unsere Wanderung fortsetzen und auch genießen.   😀

Noch eine kurze Besichtigung der Anlage im Vorbeilaufen… Hier hatte eine Familie angefangen, ein Iglu zu bauen:

Ein Iglu

Sicher für die Kinder… oder den schnarchenden Papa?   😀

Immer wieder führten Brücken über kleine Zuflüsse…

Brücke

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Noch eine Brücke

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Brücke über die Wertach

 

… bis wir schließlich zur Brücke über die Wertach kamen…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

… die durch die Schneelandschaft plätscherte.

Die Wertach

Wir liefen weiter auf dem für die Skilangläufer präparierten Weg.

Skifahrer

Immer wieder kam uns der eine und andere entgegen oder überholte uns. Ein jüngerer Skifahrer ermahnte uns im Vorbeirasen, doch bitte am Rand zu laufen und die Loipen nicht zu zerstören. Bitte! Ansonsten war es erstaunlich ruhig auf der gesamten Tour.

Allmählich hatten wir Hunger. Eine Bank wäre jetzt schön gewesen, aber alle noch sichtbaren Banke machten keinen wirklich einladenden Eindruck. Jetzt wäre doch eine Sitzheizung keine schlechte Idee!

Nur eingeschneite Bänke

Wir liefen also erst einmal weiter. Nun ging es eine Weile ziemlich nah an der B310 entlang. Der eigentliche Seerundweg war nicht begehbar und auch gesperrt, und wir hatten auch keine Lust auf nasse kalte Strümpfe und Hosen. Dieses Stück bis zur nördlichen Umrundung des Sees war nun leider etwas laut, aber schnell geschafft, danach wurde es wieder ruhig.

Skifahrer

An einem Jugendzeltplatz, der natürlich jetzt nicht als solcher zu identifizieren war, hatten wir wieder herrliche Blicke auf den zugefrorenen und zugeschneiten See.

Blick über den See vom Jugendzeltplatz aus

Da drüben erkannten wir unseren Parkplatz, im Hintergrund die Alpspitze bei Nesselwang.

Berge...

Und mit scharfem Blick (ja, das geht gerade noch ohne Brille…) entdeckten wir winzige Punkte, die im Slalom die Schräge hinunter jagten. Uhhh das wäre nichts für mich…

Blick zur Skipiste

 

Thomas befreit die Bank

Nun musste aber doch ein anderes Bedürfnis gestillt werden – Hunger! An einem Spielplatz fanden wir eine Bank, und Thomas befreite sie ein wenig vom Schnee, diesmal mit einer Art mechanischer Fernbedienung.   😀

Es gab Brote und heißen Kräutertee, lecker!

Lange hielten wir es jedoch nicht ohne Bewegung aus, denn inzwischen hatte sich die Sonne komplett verzogen, und Thomas‘ Sitzheizung funktionierte ja leider auch hier nicht.

Nun erreichten wir die Hütte, in der wir uns einen Kaffee gönnen wollten – jedoch – bööööööse!! – es gab nichts mehr.

Geschlossene Hütte

Die Hütte hatte gerade die Pforten dicht gemacht. Ok, also dann ohne Kaffee weiter. Bald kamen wir an der Staumauer an.

An der Staumauer

Auch hier gab es schöne Blicke über einen stillen winterlichen See.

Blick von der Staumauer über den See

Noch ein Stück auf einem verscheiten Weg…

Verschneiter Weg

… und wir kamen wieder am Parkplatz an, der sich sichtlich geleert hatte. Den Kaffee tranken wir nun in der Skihütte am Lift. Naja, wirklich gemütlich war es da nicht nach unserer schönen Tour, also fuhren wir bald heim – selbstverständlich mit Sitzheizung 😀 , um uns etwas Leckeres zu kochen.

Wir sind zwar insgesamt nur ca. 9 km gewandert, aber ich spürte meine Beinmuskeln ganz schön. Das Laufen im Schnee ist doch etwas anderes, als das auf festerem Untergrund.

Länge: 8,5 km

Hier geht’s zum Fotoalbum.

Und hier mein Track:

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4 Kommentare

  1. Hallo liebe Katrin,

    wenn ich die Bilder sehe, werden Erinnerungen wach an eine Zeit, die nun fast zwanzig Jahre zurück liegt.
    Traumhaft diese Bilder, wie muss es da erst gewesen sein, wenn man selbst den Weg gegangen ist. Die Wanderung hat euch bestimmt riesigen Spaß gemacht.

    Ganz liebe Grüße
    von Frieder

    • Schönbuche

      Lieber Frieder,
      20 Jahre – das ist lange her. Vielleicht hast du ja Gelegenheit, mal wieder da hin zu fahren. Du kennst ja so viele Strecken.
      Ich wünsche euch ein schönes Wochenende! 🙂

  2. Hallo Katrin,
    wunderschön – ich war ja bisher immer nur im Sommer in Haslach am See auf dem Campingplatz – aber ich muss sagen – auch im Winter sieht das alles herrlich aus – und ist bestimmt auch viel ruhiger 🙂
    Ich glaub ich muss nächsten Winter doch mal das Angebot einer Freundin wahrnehmen und auf den Campingplatz gehen – vielen Dank für die schönen Eindrücke !
    Liebe Grüsse Angelika

    • Schönbuche

      Hallo Angelika,
      das ist eine gute Idee. Der Campingplatz ist schön gelegen, und wenn man Campen mag – ein wunderschöner Platz. Ja es war ziemlich ruhig auf dem Platz und auch auf der Strecke. Im Sommer ist das sicher anders.
      Viele liebe Grüße
      Katrin

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